Keine Frage, ein BW-Infotag ist mittlerweile für die Schüler der Freiherr-vom-Stein Schule (FvS) in Hessisch Lichtenau ein begehrtes interessantes Ereignis im Schulalltag. Unser Panzerartilleriebataillon 2 mit Kommandeur Oberstleutnant WINKLER hatte zu einem Infotag besonderer Art eingeladen. Diesmal galt es nicht, den Rekrutenalltag in der Kaserne kennen zu lernen, sondern besondere Aufträge sollten erfüllt werden. Die Bundeswehr, wie ja jeder weiß, ist im Strukturwandel begriffen, Aufträge und Einsatzbereiche haben sich geändert. Eine „neue Zeit“ mit veränderten Gegebenheiten bedarf einer adäquaten Armee, das erweiterte Aufgabenspektrum des Heeres sollte aktiv als „Rollenspieler“ erkundet werden.
Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesen neuen Funktionen, Vorinformation war noch gefragt. Zu einem Informationsgespräch, am Dienstag, 25. März, besuchte Hauptfeldwebel Volker Proksch die Schüler der R 10b in der Freiherr-vom-Stein Schule. „Diese sollen im Rahmen einer Stationsausbildung einen Einblick bekommen, wie deutsche KFOR Soldaten die verschiedenen dargestellten Situationen bewältigen“, lautete das von PROKSCH verkündete Lernziel. „Als aktive Rollenspieler, Akteure in einem Simulationsspiel sollen die Schüler ihre wichtige Funktion ausüben, vielleicht auch als potentielle „Verbal-Provokateure“ auftreten und den Soldaten Konfliktlösestrategien abringen.“ Nun gesagt, getan und einvernehmlich von den Schülern akzeptiert, wurde der Zeitplan für den folgenden Mittwoch besprochen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, so lautete auch hier die Devise. Dienstbeginn für Soldaten und auch mal für die Schüler war 8.00 Uhr. Wie gewohnt reisten auch heute die „Akteure“ im gepflegten ECKHARDT-Reisebus in die Blücherkaserne. Einweisung in die Stationen „Feldarbeit“ und „Gasthaus“ mit Checkpoint war bis 11.30 Uhr geplant und wurde mit Begeisterung von den Schülern praktiziert, ja man konnte nach dem zweiten Stationsdurchgang sagen, sogar ein wenig „durchlebt“. Die Schüler identifizierten sich zunehmend mit ihrer neuen Rolle bei der Stationsausbildung. Immer neue Situationen, Aufgaben für die kontrollierenden Soldaten wurden im Handumdrehen kreiert und umgesetzt. Soldat und Schüler, Bundeswehrangehöriger und Zivilist, zeigten stets viel Verständnis für einander in simulierten Situationen mit potentiell ernstem Charakter. Akzeptanz und Respekt, Dienst und Spaß sind Komponenten, die beidseitig gut „gehändelt“ wurden. Beide Seiten lernten voneinander, was auch die nachbereitenden Gespräche zeigten, so Lehrer SCHRAMM. Am Ende des besonderen Infotages bedankte sich der Chef 2. Batterie des PzArtBtl 2 für den intensiv produktiven Einsatz der „Rollenspieler“ der FvS. Die Arbeit war getan, nun kam das „Vergnügen“. Gut gelaunt, aber ein wenig erholungsbedürftig wurde dann im Mannschaftsspeisesaal das jeweilig schmackhafte Menü gewählt und gemeinsam mit den Soldaten gespeist. Erholt und weiter voller Ideen für neue Simulationen erreichten gegen 13.00 Uhr die Schüler die FvSS. Neue Situationen ermöglichen neue Erfahrungen und Orientierungen für die Zukunft.