Eine Schulstunde im Bus
HESS. LICHTENAU. „Ohne M+E läuft gar nichts" steht auf einem Werbeplakat des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen in Nordhessen. Und tatsächlich: ohne die Metall- und Elektro-Industrie (kurz: M+E) sähe die Welt ganz schön trostlos aus! Es gäbe weder Handys, noch Computer, Flugzeuge oder gar Waschmaschinen.
Um Schüler über das breite Spektrum der industriellen M+E-Ausbildungen und die aktuellen Angebote vor Ort zu informieren, setzt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall bundesweit neun Informationsbusse ein, die vor allem Gesamtschulen, Real- und Hauptschulzweige besuchen. Kürzlich machte das Info-Mobil auf dem Schulhof der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hess. Lichtenau Station. Jeweils eine Schulstunde hatten die Schüler Zeit, um sich im Bus umzuschauen, die M+E-Berufswelt zu sehen, hören und praktisch zu erleben.
An Multimedia-Terminals konnten die Schüler sich über ausbildenden M+E-Firmen des Arbeitgeberverbandes informieren, Ausbildungsadressen mit Ansprechpartnern ausdrucken und sogar einen kleinen Bewerbungstest absolvieren.
Außerdem gab es zwei computergesteuerte Werkzeugmaschinen (CNC), zwei dazugehörige CAD/DAM-Systeme, zum Erstellen und Simulieren von Fertigungsabläufen an den CNC-Maschinen, sowie das Modell einer Produktionsanlage zu sehen.
Und Reiner Grünberg, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit in der Berufsinformation, erklärte, wie's geht.
Dabei lernten die Schüler neue Berufe kennen, wie den des Mechatronikers oder des Systeminformatikers. „Viele kennen vielleicht fünf oder sechs Berufe aus der M+E-Branche. Insgesamt gibt es etwa 360 anerkannte Ausbildungsberufe, 60 allein aus dem industriellen Bereich", erläutert Frauke Syring, Pressereferentin des Verbandes der M+E-Unternehmen in Nordhessen. Syring begleitet Reiner Grünberg und dessen Kollegen Ludwig Vogel bei den Touren mit dem Info-Mobil.
Doch neben der allgemeinen Informationsfunktion über die M+E-Welt ist ein weiterer wichtiger Aspekt, die Branche auch für Mädchen interessant zu machen. Die Idee, das Info-Mobil an die Freiherr-vom-Stein-Schule zu holen, stammt von Berthold Schramm, Koordinator Schule, Wirtschaft, Betrieb, Bundeswehr.
"Diese Informationstage sind eine Fortsetzung zum Betriebspraktikum", erklärte Schramm. Ziel ist, die Eigenständigkeit der Schüler zu fördern, damit sich ihnen neue Möglichkeiten eröffnen. „Ihnen das pädagogische Fenster in die Realität, also in die Berufswelt zu öffnen, das ist mein Anliegen."
HNA, So. 8. Februar 2004
(Sonja Hauptmannl)
Zu den Bildern