Freiherr-vom-Stein-Schule

Freiherr-vom-Stein-Schule

Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Kunst und Kommerz

Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule schufen Kunstwerke für Vesuvius

HNA, Donnerstag 10.Juni 2004

ROMMERODE. Robuste Keramik, weitläufige Werkshallen, fremdartige Maschinen, unbekannte Geräusche. Dies ist die Kulisse, mit der sich Schüler der 12. und 13. Klassen der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hess. Lichtenau bei einem neuen Kunstprojekt auseinandersetzen mussten. Sie waren von den Schmelztiegelwerken Vesuvius in Rommerode eingeladen worden, Kunst für ihre Geschäftsräume zu schaffen. Bernd Fink von Vesuvius hatte bei einem Geschäftspartner eine ähnliche Kooperation kennen gelernt. Interessiert an der Idee wandte er sich an die Freiherr-vom-Stein-Schule.

Zur Vernissage in den Räumen von Vesuvius in der vergangenen Woche erklärte Fink, er sei begeistert gewesen, als er die Kunstwerke in Augenschein genommen hätte. Bis es soweit war, lagen einige Monate intensiver Arbeit vor den Lichtenauer Schülern. Das Projekt nahm seinen Ausgang von einer Werksbesichtigung, bei der die Schüler der 13. Klasse erste Eindrücke sammelten. Anschließend bestellten die Kunstlehrer Sigurd Schaper und Andreas Möller bei Vesuvius eine Fülle von Materialien. Ihre Schüler sollten sich von den verarbeiteten Materialien, den Produkten und der Atmosphäre der Firma inspirieren lassen. Es galt jedoch, nichts nachzubilden, sondern das Gesehene und Verwendete umzudeuten. „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sie macht sichtbar", zitiert Schaper Paul Klee zur Vernissage.

Die Aufgabenstellung überließ den Schülern die Wahl der Technik und des Materials. Es entstanden Gemälde, die thematisch durch die Werksführung angeregt waren. Fotografien, bearbeitet mit modernster Technik und traditionellen Verfahren, waren zu sehen. Dazu kamen zahlreiche Skulpturen und Reliefs, hergestellt aus Schmelztiegeln, Graphit, Platten, Kapseln und vielem mehr, das Vesuvius liefern konnte. „Es hat mich besonders gereizt, mit diesen Materialien zu arbeiten", berichtet Constantin Quambusch. Er besorgte sich zusätzlich Kupfer und schuf mit dem heimischen Schweißbrenner gleich mehrere außergewöhnliche Stücke. Florian Bayer hat sich stark von seiner Vorstellung einer Fabrik leiten lassen. Verrostetes Metall bildet mit seiner Asthetik des Verfalls einen Kontrast zur modernen Einrichtung des Vesuvius-Gebäudes.

Schulleiter Joachim Krüger zeigte sich besonders von der unkomplizierten Zusammenarbeit mit Vesuvius beeindruckt. Er empfand es als Herausforderung für seine Schüler, eine Auftragsarbeit für ein Unternehmen auszuführen. Dabei stellte das nahende Abitur einen echten Termindruck her.

Der zufriedene Auftraggeber Vesuvius dankte der Schule für den Einsatz und schenkte einen neuen PC samt digitalem Fotoequipment. In dieser Kooperation von Schule und Unternehmen ist schöne Kunst entstanden, die viel Arbeit machte, aber allen Beteiligten auch viel einbrachte.

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