Freiherr-vom-Stein-Schule

Freiherr-vom-Stein-Schule

Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Pisastudie

Schulen reagieren schon


Aus der HNA, 9.12.2004

Hintergrund
Pisa - ein Vergleich von Schülern 2000 fand die erste Pisa-Erhebung statt, die Ergebnisse wurden 2001 veröffentlicht. DieTests zur jetzt ausgewerteten zweiten Studie erfolgten im. vorigen Jahr. Ziel der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) initiierten Studie ist es, zu testen, wie gut 15-Jährige auf die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft vorbereitet sind. Pisa, diese Abkürzung steht für „Programme for International Student As-sessment (Programm für die Beurteilung von Schülern im internationalen Vergleich)", soll den teilnehmenden Ländern mit Hilfe des internationalen Vergleichs helfen, ihre eigenen BildungsSysteme zu verbessern.
WERRA-MEISSNER-KREIS. Nicht mehr ganz so schlecht wie vor drei Jahren, aber keineswegs zufriedenstellend. So lautet die allgemeine Reaktion auf die jetzt veröffentlichten Ergebnisse des internationalen BildungsVergleichs Pisa II. Wo liegen denn die Probleme, wollten wir von Verantwortlichen der vier Gesamtschulen im Kreist eil Witzenhausen wissen. Die größten Probleme sieht Lothar Kohlhaase, der pädagogische Leiter der Valentin-Traudt-Schule in Großarmerode, im unteren Leistungsdrittel, also bei den Hauptschülern. Deshalb treibt ihn die starke Abhängigkeit von sozialem Stand und Schulleistung besonders um: „Das hat etwas mit früher Differenzierung zu tun." Und diese werde durch den verkürzten Bildungsgang im gymnasialen Bereich noch verschärft, erachtet er die Schulpolitik in Hessen da auf dem völlig falschen Weg.
Wenn es bald schon mit der Eingangsklasse 5 einen Gymnasialzweig gebe, sei die Förderstufe hinfallig. Deshalb bemühe man sich an der Groß almer öder Schule, dass die Maßnahmen der Unterscheidung erst ab der Klasse 6, ergriffen werden, zudem hält Kohlhaase ein Ganztags schul angebot gerade „für unseren Standort" für wichtig, weshalb auch der im vorigen Jahr noch nicht genehmigte Antrag dafür jüngst wieder erneuert wurde. Aber auch, generell sei die Ganztagsschule eine notwendige Reaktion auf Pisa.
Sogar „die richtige Antwort" auf Pisa ist die Ganztagsschule in den Augen von Uwe Petersen, dem pädagogischen Leiter der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hess, Lichtenau. Sinnvoll sei dies aber nur mit für alle verbindlichem Unterricht am Nachmittag und einem Mensaangebot. Nach 15.30 Uhr müssten die Schüler allerdings dann richtig frei haben, sprich keine Hausaufgabenmehr machen müssen.
Außerdem befürwortet Petersen mehr individuelle Förderung. „Doch dafür gibt es nicht genügend Stunden", sagt er, was er für ein großes Problem hält. Die Ergebnisse insgesamt haben ihn nicht weiter erstaunt, eine Systemänderung in kurzer Zeit sei schwierig. An . der Freiherr-vom-St ein-Schule wurde laut Petersen aber schon auf Pisa reagiert; Seit zwei Jahren wird in Zwei-Stunden-Blöcken unterrichtet. Dadurch würden mehr vertiefende Übungspha-sen, längeres Konzentrieren auf eine Aufgabe und besseres Arbeiten in Teams ermöglicht - anstelle von reinem Belehren durch die Lehrkraft. Die Ergebnisse der Schüler arbeiten hätten sich schon verbessert, seien „sehr ermutigend".
Auch in Großalmerode wurde schon reagiert. In diesen Tagen beginnt dort gezieltes Methodentraining speziell für die Jahrgangsstufe 7. Das Beschaffen von Informationen und das Präsentieren der Ergebnisse zu lernen, sei wichtiger denn je, so Kohlhaase, insbesondere im Haupt- und Real schulb er eich wegen der Abschlussarbeiten neuerdings.