Drei Tage lang Weltpolitik
Planspiel mit Schülern und Soldaten in der Blücher-Kaserne
Vom 2.02. bis zum 04.02.05
HESS. LICHTENAU. „Selbst wenn man im Unterricht nicht zuhört, macht man hier mit. Der Ehrgeiz untereinander stachelt an." Freiherr-vom-Stein-Schülerin Jessica Deci gefällt das Planspiel in der Blücherkaserne. 29 Schüler des Grundkurses Politik und Wirtschaft der Klasse 12, begleitet von ihrem Lehrer, Thomas Trompke, und 20 Soldaten, die unter Major Krüger dienen, spielten jetzt drei Tage Iang„Politikund internationale Sicherheit",Dabei wurden Schüler und Soldaten in elf gemischte Gruppen eingeteilt, Spielleiter war der Jugendoffizier Chrubasik. Jede Gruppe entsprach einer Weltregion oder einer Organisation wie der Welthandels Organisation und übernahm deren Aufgaben in der internationalen Politik. Mit Hilfe moderner Medien wurden die Spieler auf den neuesten nachrichtlichen Stand gebracht und mussten auch selbst über Veränderungen und neue Positionen berichten.Dies ist für den Oberstleutant Paul Sauerborn einer der wichtigsten Punkte in diesem Spiel. Schüler wie Soldaten arbeiteten mit diesem Spiel an ihren Sehlüssel-qualifikationen. „Freies Sprechen, Selbstpräsentation, die Einstellung auf wechselnde Situationen und die Entwicklung eigener Ideen sind unschätzbare Fähigkeiten, die hier trainiert werden", erklärt er. Die Schüler und Soldaten in Hess. Lichtenau sehen das genauso. Stefanie Gundlach. die in der Presse-Gruppe spielt, meint, dass dieses Spiel ihr für die Zukunft viel bringt. „Wir lernen hier aus den Vorträgen, und man bekommt Übung darin, selbst welche zu halten. Außerdem erfahre ich hier mehr über die politischen Zusammenhänge", macht sie deutlich. Mario Georg ist der selben Meinung. Er interessiert sich für Politik und findet das Spiel gut und realitätsnah gestaltet. Darüber hinaus „können die Schüler und Soldaten von ihrem gegenseitigem Wissen profitieren", berichtet er.Marcel Schmid hebt hervor, dass er Spaß am Spiel hat und dass dies eine gute Abwechslung zum Bundes wehr alitag ist. Für Martin Webeling ist dieses Planspiel nach eigenen Angaben sehr sinnvoll. „Aber meine Entscheidung, ob Wehrdienst oder nicht, hat es nicht beeinflusst", erklärt er.Festzuhalten ist, dass das jährlich stattfindende Planspiel Polis sowohl bei der Bundeswehr als auch der Schule gut ankommt. Auch die Zusammenarbeit in anderen Bereichen wie der Berufsplanung ist zwischen Schule und Bundeswehr gut, wie Sauerborn und der Koordinator Schule-Wirtschaft der Freiherr-vom- Stein-Schule, Berthold Schramm, verdeutlichen. Ob im nächsten Jahr die Schüler der Freiher r-vom-Stein-Schule und die Soldaten der Kaserne in der Lossestadt gemeinsam ein Planspiel spielen können, ist nicht sicher. Denn möglicherweise gibt es den Standort dann schon nicht mehr. „Vielleicht können wir auch mit Fritzlar spielen, wenn die Kaserne hier geschlossen ist". hofft Schramm.
Das Polis-Orgartisationsteam:
von links: Lehrer Thomas Trompke, Major Krüger, Lehrer Berthold Schramm, Oberstleutnant Paul Sauerborn und Jugendoffizier Chrubasik.