Fotos vom eigenen Erbgut
Fotos vom eigenen Erbgut
In der
Freiherr-vom-Stein-Schule war richtig viel los: Der Biologie-Leistungskurs der Jahrgangsstufe zwölf hatte einen Projekttag zum Thema "Genetischer Fingerabdruck". Zwei Studentinnen der Universität Kassel, die selbst an dem Projekt " SciÂence Bridge" teilgenommen haben, leiteten die Veranstaltung.
Die Schüler des Leistungskurses hörten einen Vortrag der beiden Studentinnen und durften mit ihrer eigenen DNA, (Erbinformation) expeÂrimentieren. Die Schüler waren den ganzen Tag damit beschäftigt, DNA zu gewinnen, diese zu säubern, sie anzufärben und viele andere ArbeitsÂschritte zu durchlaufen.
Den ganzen Aufwand betrieben sie, mm am Ende des Tages ihre eigenen Chromosomen sehen zu können und sie zu fotografieren - sie konnten also ihre eigene Erbinformation betrachten. Allerdings wurde bei dem Verfahren kein richtiger genetischer Fingerabdruck erstellt, da dies wegen des Datenschutzes nicht erlaubt ist.
Um den sehr spannenden und lehrreichen Tag zu finanzieren, verkauften die Schüler selbst gebackenen Kuchen. Denn: ohne Moos nix los.
Normalerweise dient der genetische Fingerabdruck, der bei jedem Menschen einzigartigst, dazu, Menschen zu identifizieren. Man benötigt mittlerweile nur noch eine Speichelprobe oder ein wenig Blut, um eine genetische
Information daraus zu gewinnen, mit der man den Fingerabdruck erstellen kann. Dieses Verfahren der Identifikation wird zum Beispiel bei Vaterschaftstests oder in der Kriminalistik bei schweren Straftaten verwendet. Man kann den genetischen FingerabÂdruck auch zum Nachweis von Krankheitserregern nutzen und damit Erbkrankheitein feststellen. Die vielseitigen MöglichÂkeiten der Gentechnik heutÂzutage bieten allerdings auch viele Diskussionsansätze. Die Schüler scheuten sich nicht davor, über die Problematik der Gentechnologie zu diskutieren. Der Kurs sprach unter anderem über das therapeutische Klönen. Mit dem Gedanken, Embryonen als Ersatzteillager zu verwenden, konnten sie sich nicht anfreunden. Doch wie sieht es aus, wenn jemand schwer krank ist und die Stammzellen des Embryos benötigt? Sicherlich war noch keiner der Schüler in einer solchen Situation glücklicherweise. Trotzdem würde keiner der Schüler auf diese Art der
Therapie zurückgreifen wollen.
Andere wiederum sahen ein viel größeres' Problem in der Definition, wann ein Leben beginnt.. "Wenn man das nichtweiß, weiß man doch überhaupt nicht, ob man mit der Stammzellengewinnung bei Embryonen ein Leben auslöscht", war ihre Meinung. Kein Schüler würde eine solche Bürde auf sich nehmen wollen, doch eine genaue Definition des Anfangs eines Lebens ist nicht möglich. Jede Meinung wurde debattiert. Niemand wurde ausgeschlossen. Zuletzt setzte der Stundengong der Diskussion ein Ende. Alles in allem war sowohl der Versuchstag, wie auch die Diskussion danach, sehr informativ für die Schüler und auch für die Lehrer.