Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Der Girls Day im Werra-Meißner-Kreis

Storyfoto
Jungs als Aufpasser und Spielgefährten
Schüler lernten Beruf der Erzieherinnen kennen

Während des Girls' Days schnuppern Schülerinnen einen Tag lang in das Arbeitsleben der Männer hinein. Dem wollten die Jungen der achten Klasse der Rhenanus-Schule in nichts nachstehen: Deshalb besuchten neun Realschüler gestern die Evangelische Kindertagesstätte St. Crucis in Bad Sooden-Allendorf, um sich die Arbeit der Erzieherinnen näher anzusehen.

Die 70 Kindergartenkinder waren begeistert von der Abwechslung durch die männlichen Aufpasser und Spielgefährten. Nachdem sich die Jungen die Kita angesehen hatten, banden sie den Kindern bei Bedarf die Schuhriemen zu und gingen mit ihnen in den Garten. Dort bauten die Schüler mit den hindern Sandburgen, unterstützten sie beim Rutschen oder spielten Fußball - der Höhepunkt für Klein und Groß.

Bei einem abschließenden Gespräch mit Kita-Leiterin Rita Rudeloff zeigten die Real-Schüler großes Interesse an den Tätigkeiten im Kindergarten. Auf die Frage, wer sich vorstellen könne, Erzieher zu werden, wurde es jedoch ruhig im Raum. Nur David könnte sich einen Beruf in diesem Bereich vorstellen. Gleichzeitig hatten ihre Mitschüler in den Alltag des Frisörs oder des Altenpflegers hineingeschnuppert. "Ich möchte die Schüler sensibel machen für die spezifischen Frauen- und Männerberufe", erläuterte Lehrerin Susanne Mönnich. (yw)

Mädchen unter der Motorhaube

„Ich habe noch nie mit Puppen gespielt. Ich bin ein Autofreak', sagte Isabell Zumbusch aus Hessisch Lichtenau und strahlte über das ganze Gesicht. Schließlich war die 13Jährige gestern, am Girls' Day, im Autohaus Axthelm in Hessisch Lichtenau voll in ihrem Element. Öl wechseln, Reifen auswuchten und den Batteriesäurestand überprüfen: Gemeinsam mit Stephanie Lehmann (13), der erfahrenen Tochter des Autohaus-Besitzers, bekam Isabell einen tiefen Einblick in das Innenleben eines Autos. Im Blaumann machten sich die Mädels an die Aufgaben, die ihnen Chef Jens Axtheim stellte: Inspektion und Reifenwechsel. Isabell war begeistert: „Ich bin mir jetzt sicher, dass ich Mechatronikerin werden will:' Nur Stephanie weiß noch nicht, ob sie mit Autos oder lieber mit Menschen arbeiten will. (ric)

Löten, sägen, tüfteln wie die Männer
Am Girls' Day erwarben 72 Siebtklässlerinnen an der Johannisberg-Schule in Witzenhausen ihren Technik-Pass

Das ist doch nicht so leicht, wie man es sich vorstellt", findet die 13jährige Maria Dahms, während sie Kupferstangen zusammenlötet. Aber sie schlägt sich gut in der fremden Materie. So wie die weiteren 71 Schülerinnen der Witzenhäuser Johannisbergschule, die am Girls' Day keine Betriebe besuchen, sondern acht Stationen für den Technik-Pass absolvieren.

"Viele Mädchen denken heute noch, dass sie nur Frauenberufe machen können. Aber wir können auch Männerberufe erlernen", erläutert Serifa Onal. Das können die Mädchen an den acht kniffeligen Stationen beweisen, die Bosch-Mitarbeiter Andreas Weidner und die beiden Mechatronik-Auszubildenden Sebastian Anders und Carolin Eitner mitgebracht haben. Dazu gehört Holzbuchstaben mit der Dekupiersäge herstellen, Kupferstangen verlöten und Rollfahrzeuge montieren. Betreut werden die Schülerinnen von Gaby Jansing, Michael Liebmann und ihren Kollegen.

Technik-Pass statt Praktikum

Wenn alle Stationen bewältigt sind, erhalten die Mädchen den Technik Pass, den sie ihren Bewerbungen beilegen können. Die Idee, statt eines Tagespraktikums den Technik-Pass anzubieten, stammt von Arbeitslehre- Lehrerin Gaby Jansing. Unter anderem, weil sie im Schulalltag mitbekomme, wie schwer es - vor allem für Hauptschüler - sei, Ausbildungsplätze zu bekommen. Gleichzeitig habe aber der handwerkliche und technische Ausbildungsmarkt Nachwuchsmangel. "Daher machen die Mädchen in der Schule den Technik Pass und die Jungs ein Praktikum in einem handwerklichen Betrieb", sagt sie.

Dass Technik ganz schön verzwickt sein kann, merkt die 13-jährige Nathalie Herwig, als sie versucht, einen vorgezeichneten Parcours mit einem Stift entlangzufahren. Die Tücke dabei: Sie darf ihre Handbewegungen nur mithil- fe des Spiegelbilds steuern. "Um die Kurven zu kommen, war da ganz schön schwer." Trotzdem findet sie den Girls' Day gut: "Man kann sich für technische Berufe inspirieren lassen". (Nicole Demmer)

Quelle: HNA Werra-Meißner-Kreis; Freitag, 27. April 2007