Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Geschichtsexkursion nach Eschwege

Storyfoto Am Freitag, den 21.November 2008 fuhren die Klassen G10a & G10b in Begleitung von Herrn Schmidt, Marc Oeste und Frau Heckmann-Schminke nach Eschwege in das Friedrich-Wilhelm Gymnasium. Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes besuchten wir die Lesung von Sally Perel, der aus seinem Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ vorlas. Bevor er von seinen emotionalen Erlebnissen berichtete, bekamen wir einen Einblick in seine Geschichte durch die Verfilmung seines Lebens.
Sally Perel ist Jude, der durch glückliche Zufälle die Möglichkeit erhielt, in einem Hitler-Jugend Internat zu leben. Seine Zeit in diesem Internat verbrachte er stets unter Angst entdeckt zu werden. Auf der einen Seite freute er sich, dass er die Möglichkeit hatte zu leben, doch auf der anderen Seite hatte er ein schlechtes Gewissen gegenüber seinem Volk, da viele Juden in Konzentrationslagern leiden und sterben mussten. Eines der schlimmsten Erlebnisse, so Perel, sei gewesen, als er mit der Straßenbahn durch das Ghetto in Lodz fuhr und seine Mutter sah. Er war überwältigt von seinen Gefühlen, weil er keine Möglichkeit hatte, Kontakt zu ihr aufzunehmen. Doch in dieser Zeit musste er sich nicht nur mit solch schrecklichen Erlebnissen abfinden. Erniedrigend waren für ihn auch die Stunden der Rassenlehre. In diesen Stunden musste er sich immer wieder anhören, woran man einen Juden erkennt und wie scheußlich sie doch seien. Herr Perel selber sagte, dass es sehr schwer für ihn war, wenn er als Beispiel für die deutsche Rasse dargestellt wurde. Eines Tages wurde es ihm zu viel, bei einem Angriff stellte er sich dem Feind und traf im Konzentrationslager Dachau seinen Bruder wieder.
Bewegend waren seine Worte, die er zum Abschluss sagte. Für ihn war es eine schreckliche Zeit und er verzeiht den Menschen von damals nicht. Aber es war ihm sehr wichtig, uns zu sagen, dass wir die Schuld von damals nicht mehr auf unseren Schultern tragen. Er machte uns zu neuen Zeitzeugen seiner Geschichte.
Saly Perel, ein Zeitzeuge des NS-Regimes und des Holocaustes, verdient den größten Respekt. Trotz seiner schrecklichen Erlebnisse hat er den Mut, die Erlebnisse an unsere Generation weiterzugeben und sich Fragen von uns Schülern über diese grausame Zeit zu stellen. Es war ein überwältigendes und großartiges Erlebnis. Viele von uns waren zu Tränen gerührt. Unser Dank geht an Herrn Schmidt, der uns diesen Ausflug ermöglichte und natürlich an Herrn Perel, der unseren außerordentlichen Dank für diese bewegende Erfahrung verdient.

Denise Radda und Imke Rutsatz (G 10a)