Reisebericht der Spanienfahrt 2008
Samstag, 6. September 2008
Alle zwei Jahre ist es soweit:
eine Woche Spanienfreizeit.
Am Samstag pünktlich um halb drei
waren alle 55 Reiselustigen dabei,
sich nach Frankfurt zu begeben.
Von dort sollte der Flieger nach Barcelona abheben.
Die Busfahrt verlief problemlos und schnell;
Nach 17 Uhr waren wir am zweiten Terminal.
Kein Stau, kein Unfall oder dichter Verkehr
machten dem Fahrer das Leben schwer.
Clickair war mir bisher unbekannt.
Mit dieser airline flogen wir diesmal in spanisches Land.
Ebenso wie bei easyjet
fällt der Bordservice weg.
Nach zwei Stunden waren wir da:
„Buenas tardes Barcelona!“
Am Kofferband mussten wir nicht lange warten,
konnten ganz schnell Richtung Calella starten.
Ach, wie war das angenehm:
warme Luft abends kurz vor zehn.
Juan, der uns wieder kutschieren will,
war auch schon zur Stell´.
Koffer eingeladen, und schon ging´s los.
Die Organisation ist einfach grandios.
Kurz vor Mitternacht waren wir im Hotel Haro Mar;
auch mit der Zimmervergabe ging alles klar;
und sogar um diese mitternächtliche Zeit
stand noch eine Mahlzeit für uns bereit.
Danach hieß es nur noch „buenas noches“ und schlaft schnell und schön,
denn morgen heißt´s früh aufsteh´n.
Sonntag, 7. September 2008
Ein Sonntag, der seinen Namen auch verdient,
weil die Sonne vom wolkenlosen Himmel schien.
Tordera war das heutige Ziel.
Dort kann man kaufen, was immer man will.
Obst, Gemüse, Käse aller Art und couleur -
eine Entscheidung zu treffen fällt da schwer -
Spielzeug, Schmuck, Anziehsachen,
einiges sehr hübsch, einiges zum Lachen.
Auch ein Tiermarkt ist angeschlossen.
Jesus warnte vor übermütigen Possen:
wer sich nicht zurückhalten kann, ein Tier zu kaufen,
muss nach Hause zurück laufen!
Erfahrung hatte ihn vorsichtig und weise gemacht;
vor vier Jahren hatte ein Junge eine Ente vom Markt mitgebracht.
Eine Woche nahm sie in der Dusche Logis und Bad
bevor sie die Reise nach Fürstenhagen antrat.
Mit der Bahn, die am Hotel vorbeiflitzt;
man hört sie immer und bekommt sie auch spitz;
fuhren wir hin und auch wieder retour;
nachmittags gab´s Freizeit pur.
Montag, 8. September 2008
Nach Barcelona wollten wir um ½ 10 starten.
Doch wir mussten ein bisschen warten.
Zwei Schülerinnen
waren nämlich nicht da.
Niemand hatte sie geweckt;
so hatten sie sich etwas zu lang unter die Decke gesteckt.
Über Referate wurden alle informiert,
was es zu sehen gibt und passiert.
Im Park Güell hielten wir das erste Mal an,
wo man die schönen Häuser bewundern kann.
Antonio Gaudí hatte einst den Auftrag bekommen
und diesen von Güell auch angenommen,
eine Gartenstadt zu bauen.
Für uns ist das Ergebnis hübsch anzuschauen.
Er orientierte sich an der Natur;
rechte Winkel kommen dort nicht vor.
Damals fand man´s scheußlich und sagte nein,
und niemand zog dort ein.
An der Sagrada Familia wird nach wie vor gebaut.
Wir haben sie uns nur von außen angeschaut
Bis zu seinem Tod hat Gaudí auf der Baustelle gelebt
und der Vollendung seines Meisterwerks entgegengestrebt.
Seiner eigenen Person widmete er keine Aufmerksamkeit mehr;
kam wie ein Stadtstreicher daher.
Massen von Menschen standen um sie herum,
bewunderten und staunten geräuschvoll oder stumm.
Dann ging´s auf die höchste Erhebung, den Montjuïc.
Von dort hat man einen herrlichen Blick
über die Stadt und den Hafen,
wo einige Kreuzfahrtschiffe und –fahrer schlafen.
Russen hört man auf Schritt und Tritt;v
sie nehmen wohl jetzt alles, was man kriegen kann, mit.
Die Auslagen in der Markthalle sind ein Augenschmaus;
doch weil´s irre voll war, trieb´s mich schnell wieder hinaus.
Fleisch ist nichts für meinen Magen und Gedärme,
und den Geruch bei dieser Wärme
finde ich nicht so angenehm.
Da will ich lieber Blumen seh´n.
Auf Las Ramblas ist immer viel los.
Man fragt sich, was wollen die alle bloß.
Ja, es gibt halt viel zu schauen:
souvenirs, Blumen, schöne Frauen.
Verkleidete, die für Geld posieren,
darf man dann auch fotografieren:
eine Straußenfrau und der alte Cicero,
ein Zeitung lesender weiß Geschminkter auf dem Klo,
Indianer und Gemüsemann
zogen die Blicke der Vorüberschlendernden an.
In die Kathedrale schauten auch einige noch rein;
dann ging´s um 18 Uhr wieder heim.
Der Hinweis, dass ein Hotel keine Jugendherberge ist,
dass niemand grenzenlose Freiheit genießt,
hat meine Zimmernachbarinnen nicht tangiert.
Bis fast 2.30 Uhr wurde gekichert, Stühle gerückt und Gespräche geführt
mit den boys aus dem Apartment vis à vis
getreu der Devise “jetzt oder nie!
Dienstag, 9. September 2008
Die Sonne hat sich heute rar gemacht
und anderswo vom Himmel gelacht.
Ein Schulbesuch stand auf dem Programm;
mich geht dieses Thema nichts mehr an.
An der Plaça Catalunya verabschiedten wir uns schnell;
gestalteten unser Programm individuell.
Das Barri Gòtic besitzt seinen eigenen Charme:
enge Gassen, schöne Fassaden, kunstvoll geschmiedete Balkongitter – auch ist´s nicht so
warm,
Läden, vor deren Auslagen man immer wieder stehenbleibt,
was den Betrachter immer tiefer in das Viertel treibt.
Ins Schokoladenmuseum wollten wir rein;
bedauerlicherweise konnte´s nicht sein.
Eine geschlossene Gesellschaft hatte´s für den ganzen Tag gebucht;
innerlich habe ich leise geflucht:
“que le diable vous emporte”
an diesem zuckersüßen Orte!
Bei Picasso stand eine Menschenschlange ums halbe Gebäude herum.
Sich dort einzureihen und auch der Preis war uns zu dumm.
Plötzlich standen wir vor einem Schokoladenladen,
den wir natürlich auch betraten.
Schokolade weiß, dunkel oder braun
konnte man kaufen oder nur anschau´n;
mit Chili, mit Minze, mit Mandeln oder Nüssen,
scharf wie Teufelssenf oder süße Küsse;
ach! Es war ein Paradies,
in dem man mich Gottlob nicht alleine ließ.
Das Kamasutra ist ein aufschlussreiches Buch,
wenn man Rat und Hilfe in Liebesangelegenheiten sucht.
In Schokolade gegossen kann man´s hier kaufen,
brauch nicht zum Bücherschrank zu laufen.
Welche ein Genuss zu süßer Stund´
für Augen, Magen, hmhm und Mund!!!
Mit einem Verkäufer aus Bangladesch,
nicht sehr sprachgewandt, geschäftstüchtig, aber nicht frech,
kamen wir in längeres Plaudern;
und eins, zwei, drei, ohne viel Zaudern
hatte er uns drei Tücher verkauft;
Paradebeispiel des Geldkreislaufs.
Als der Rücken nicht mehr wollte,
die Füße nicht taten, was sie sollten,
kamen wir schnell überein,
wir fahren eigenständig heim.
Von der Schulgängerschar
hörte man, dass es interessant gewesen war.
Mittwoch, 10. September 2008
9.30 Uhr wartete Juan mit dem Bus,
entbot uns einen freundlichen Morgengruß.
Zum Sauersein hatte er allen Grund;
nach der letzten Fahrt machte er einen ekligen Fund:
jemand steckte – und das sind keine Witze –
seinen Apfelkrotzen zwischen die Sitze!
Ob man das cool nennt, mutig oder ´ne Schau;
für mich ist so jemand ganz einfach ´ne Sau!
Juans Erteilung der heiligen Kommunion
wäre tatsächlich der richtige Lohn.
(zur Erinnerung: Hostien ausgeben hat die Bedeutung Ohrfeigen zu verteilen)
Das Aquarium in Barcelona steuerten wir an;
zuvor hörten wir noch einige Referate an.
Durch Brillianz stachen sie nicht heraus,
dafür waren sie zu schnell aus.
So dürftig, so mickrig, so inhaltsleer und ohne Sinn,
das kriegte damals mein unbedarftester Hauptschüler hin.
Den Meeresbewohnern in ihrer stummen Welt
haben wir uns bis ¾ 2 Uhr zugesellt
Ganz klein, ziemlich groß, strahlend bunt oder unscheinbar grau;
die Fische bieten eine sehenswerte Show.
Danach ging´s zur Freixenet Sektkellerei;
angemeldet waren wir um drei.
Durch einen Film wurden wir in die Materie eingeführt,
anschließend von einer jungen Praktikantin durch die Keller geführt.
Freixenet ist weltweit bekannt;
natürlich auch in Deutschland.
Es begann mit Pedro Ferrer und Dolores Sala;
Diese beiden sagten zueinander ja
und wurden ein Ehepaar.
Die edelsten Trauben werden angebaut;
vom Frühjahr bis zur Lese sorgfältigst nach ihnen geschaut.
Auf dem Weg von der Traube zum Sekt
sehr viel Einfallsreichtum und Arbeit steckt.
Beim Pressen zerdrückt man nur die Traubenhaut,
weil zerquetschter Kern und Stiel den Geschmack versaut.
Die edelsten Sorten werden per Hand gerüttelt.
Bis die Sedimente gelöst sind, werden sie täglich geschüttelt.
In tiefen Kellern reifen die verschiedensten Sorten heran
bis man sie weiter verarbeiten kann.
In der Abfüllerei herrscht ein höllischer Lärm;
wer macht solche Arbeit wohl gern?
In die Werbung steckt die Firma sehr viel Geld;
die Konkurrenz ist groß in der Geschhäftswelt.
Der Junge mit roter Jacke und Mütze und der Sektflasche unterm Arm
versprüht nach wie vor einen unwiderstehlichen Charme.
Dieses Logo war mir bisher unbekannt.
Kein Wunder, denn es erscheint nur im Heimatland.
Zum Souvenireinkaufen bestand noch Gelegenheit;
danach war´s an der Zeit,
nach Calella zurückzufahren,
wo wir zum Abendbrot auch pünktlich waren.
Weil das Wetter angeblich umschlägt,
wurde das morgige Programm auf Freitag verlegt.
Donnerstag, 11. September 2008
Der 11. September ist ein Gedenktag fast auf der ganzen Welt.
Jeder, der´s miterlebt hat, ein paar Augenblicke innehält.
Fast jede/r weiß, was er/sie vor sieben Jahren tat, wo er/sie war,
als der Anschlag auf das World Trade Center geschah.
In Katalonien bleiben heute alle Geschäfte zu;
die Menschen haben frei und ihre Ruh´,
denn es ist der Nationalfeiertag,
an dem niemand arbeiten mag.
Die Sonne meinte´s wieder gut.
Also nahm man Badezeug, Handtuch und Hut,
ging an den Strand oder ins Café,
aß ein Eis oder trank ´nen Tee.
Jeder konnte entscheiden nach eigenem Belieben,
brauchte nicht meckern oder ´nen dicken Hals schieben.
Das Programm zu tauschen war nicht schlecht,
denn der Wetterbericht hatte offenbar recht:
in der Nacht zogen Blitz und Donner heran,
die man an ´nem freien Tag absolut nicht gebrauchen kann.
Freitag, 12. September 2008
Nach Blitz, Donner und Regen
kam uns der Tag etwas trüb entgegegn.
Um ½ 11 fuhren wir los -
diesmal wieder in Juans Bus.
Nach Figueras ins Dalí Museum wollten wir geh´n
und die dortigen Exponate anseh´n.
Referate zum Thema wurden vorgetragen,
die von wesentlich besserer Qualität als die vorigen waren.
Der Maler, Drehbuchautor und Schauspieler Salvador Dalí
war ein großes künstlerisches Genie.
Das Abitur bestand er mit Müh´ und Not –
seine Mutter war da schon tot –,
was ein großer Schicksalsschlag für ihn war;v
mit dem Vater kam er nicht so gut klar.
Seinem Kollegen Paul Eluard –
er gehörte ebenfalls zur Surrealistenschar –
spannte Dalí die Frau aus
und brach dadurch gänzlich mit seinem Elternhaus.
Diese Frau – Gala genannt –
ist durch Dalís Bilder sehr bekannt.
Sie war fast immer und überall dabei
und hielt Dalí den Rücken frei.
Um ¾ 2 sagten wir Figueras adieu;
besuchten in Girona die Kathedrale in luftiger Höh´.
Zu einem Gruppenfoto auf den Treppenstufen
wurden alle SchülerInnen zusammengerufen.
Um ¼ vor 5 sollte´s zurück nach Calella geh´n,
denn am Abend war noch ein dritter Programmpunkt vorgeseh´n.
Doch wer war wieder mal nicht da?
Wieder zwei Schülerinnen!
Eine ¾ Stunde hat Herr Sola Requena sie gesucht;
einige haben gelästert oder geflucht.
Gottlob war den beiden nichts Schlimmes gescheh´n,
und die Fahrt konnte weitergeh´n.
Rasch wurde das Abendbrot eingenommen –
der Bus war auch schon wieder gekommen.
Es begann Punkt Nummer drei;
alle waren mit dabei.
Die Licht- und Wasserspiele
sind eine Attraktion für sehr viele.
In großen Mengen stand das Publikum
um die beleuchteten Fontänen herum.
Juan fuhr uns hinauf in luftige Höh´n;
von dort war das Spektakel bei Vollmond bestens zu seh´n.
Auf der Rückfahrt im Bus
erhielten wir den Rückreisetagesplan von Jesus.
Kurz vor Mitternacht waren wir zu Haus´.
Das Veranstaltungsprogramm ist damit aus.
Samstag, 13. September 2008
Der letzte Tag war straff strukturiert;
die Aufgaben wurden genauestens ausgeführt.
Das Frühstück war zwischen 8 und ½ 9 Uhr angesagt;
schon davor oder danach wurden die Koffer gepackt.
Alle Zimmer mussten um 10 Uhr geräumt sein;
unser Gepäck stellten wir im Zimmer 214 ein.
Bis zehn vor zwölf war dann frei.
Die Jungen schleppten freundlicherweise alle Koffer herbei.
Diese wurden dann im Bus verladen
bevor wir zum Mittagessen antraten.
Um 13 Uhr sagten wir Calella adieu.
Abschiednehmen tut immer weh;
ein letzter Blick zurück, aber nicht im Zorn;
nein, wir blicken optimistisch nach vorn.
Am Flughafen sagten wir Juan adiòs;
ein letztes Erinnerunsgfoto, Abschiedskuss;
einchecken, Gepäckkontrolle, zum Einstiegsgate geh´n
war alles überhaupt kein Problem.
Punkt viertel nach vier rollte der Flieger los;
Goodbye Barcelona – España adiòs.
Pünktlich setzte der Airbus 320 in Frankfurt auf,
und auch der restliche Reiseverlauf
brachte keinerlei Unannehmlichkeit.
So waren wir schon vor der Zeit
wieder in der nordhessischen kalten Heimat angekommen
und wurden von unseren Lieben in Empfang genommen.
So hat sich der Kreis geschlossen.
Wir haben alles sehr genossen,
vermissen schon jetzt das Meer, den Strand und die Wärme
und werden noch lange davon schwärmen.
Nun zu Dir, lieber Jesus:
mit der schönen Reise ist nun Schluss.
Die Organisation macht Mühe und Arbeit
und kostet auch viel freie Zeit:
Angebote studieren,
telefonieren,
Unbrauchbares aussortieren,
Gespräche führen,
den Chef hofieren,
eine umgängliche Begleiterin rekrutieren.
Das musstest Du zuwege bringen,
sollte die Fahrt gut gelingen.
Doch darin bist Du ein As
und – wie ich weiß - macht´s Dir auch Spaß.
Unser Portemonnaie wurde nicht sehr strapaziert,
denn Du hast wieder bestes kalkuliert.
Solltest Du einst in fernen Tagen
keine Lust mehr auf die Lehrerei haben,
eröffne das Reisebüro “Für´n Appel und `n Ei”;
Du wirst seh´n, viele sind gleich dabei.
Wir alle sagen Dir herzlich Dankeschön.
Nach den Herbstferien gibt´s dann ein Wiederseh´n
zu einer soirée espagnole;
die wird bestimmt stimmungsvoll und toll;
wie gewohnt und wie immer bei mir
in HeLi in der Hanröder Straße 4;
zwecks essen und trinken, plaudern und Fotos anseh´n.
Ich denke, das wird nochmals schön.
Auch Juan sage ich Dankeschön.
Er fährt gelassen und souverän
durch den dicksten Stadtverkehr;
auch Jesus´ Tiraden stören ihn nicht sehr.
Adiòs, goodbye, au revoir, auf Wiederseh`n
vielleicht im Jahre 2010.
Verfasst von Marianne Delfs