Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Interview mit Herrn Schröder

Storyfoto fvss.de: Ja, erstmal guten Tag. *Händeschütteln* Ich bin hier wegen des Interviews, ich freue mich übrigens auch, dass Sie sich dafür zur Verfügung gestellt haben. Wo genau kommen Sie her bzw. wo wohnen Sie?

Herr Schröder: Also, ich bin in Erfurt geboren, lebe auch noch da und pendle jeden Tag zwischen Heli und Erfurt… Die Fahrt dauert ungefähr anderthalb Stunden, wenn alles gut läuft, ich pendle mit Frau König zusammen. Wir wechseln uns da ab, um ein bisschen Sprit zu sparen.

fvss.de: Verraten Sie uns, wie alt Sie sind?

Herr Schröder: *lacht* Hättet ihr mich da vor 5 Tagen gefragt, wäre es besser gewesen, dann hätte ich noch 29 sagen können, heute muss ich leider 30 sagen.

fvss.de: Ah, dann noch mal herzlichen Glückwunsch nachträglich!

Herr Schröder: *lacht* Danke!

fvss.de: Na gut… Sind Sie verheiratet? Haben Sie Kinder oder Haustiere?

Herr Schröder: Da muss ich leider alles verneinen. Ich bin nicht verheiratet, habe auch keine Kinder, zumindest keine, von denen ich weiß, auch keine Haustiere, aber ich habe eine Freundin.
fvss.de: Das ist doch schön. Haben Sie irgendwelche besonderen Hobbys?

Herr Schröder: Ja, ich spiele Tennis in der Oberliga – Die ist so ziemlich die höchste Liga, die es in Thüringen gibt – und im Winter vor allem Badminton und Fußball, manchmal auch Hockey und ab und zu zocke ich auch mal was am Computer, aber ich habe nicht mehr richtig Zeit dazu.
fvss.de: Und was sind Ihre persönlichen Interessen? Zum Beispiel Lieblingsessen, Lieblingsverein, Lieblingsmusik und so weiter?

Herr Schröder: Ich muss gestehen, ich bin Bayern-München-Fan… Bei der Musik hör ich eigentlich alles querbeet, also Rock, Pop, auch mal etwas härteren Rock, aber alles noch im gemäßigten Rahmen.

fvss.de: Welche Fächer unterrichten Sie genau?

Herr Schröder: Sport und PoWi.

fvss.de: Und welche ist denn Ihre Lieblingssportart bzw. welchen Sport können Sie am besten?
Herr Schröder: Ich würde mal sagen, ich bin am besten im Tennis.

fvss.de: Und wie heißt denn der Olympiasieger im Tennis?

Herr Schröder: Das war doch Rafael Nadal, oder?

fvss.de: Wir wissen das nicht, das war nämlich eine etwas fiese Frage, die wir uns überlegt haben, um Ihr Wissen zu testen, aber Sie scheinen es zu wissen.

Herr Schröder: Man muss auch sagen, dass Tennis im Fernsehen so gut wie gar nicht übertragen wurde, ich habe das nur mal irgendwann gelesen. Aber mein Lieblingsspieler ist Roger Federer, für die, die es interessiert.

fvss.de: Wir werden es auf jeden Fall niederschreiben. Mal eine kleine Scherzfrage: Wenn Sie ein Sportgerät wären, welches wären Sie dann?

Herr Schröder: Oh, gute Frage… Puh… Ich glaube, ich wäre ein Speer oder ein Diskus, da hat man eine ganz gute Aussicht.

fvss.de: Gute Antwort. Welches Buch haben Sie denn zuletzt gelesen?

Herr Schröder: Mal überlegen… Ich muss gestehen, das letzte, richtig dicke Buch ist schon bestimmt ein Vierteljahr her, in letzter Zeit habe ich eigentlich nur durch Zeitschriften und Journale geblättert. Aber „Die Blutlinie“ hat mir gut gefallen, das ist so ein Psychothriller.
fvss.de: Dann kommen wir mal zu Ihrem eigentlichen Beruf: Was hat Sie eigentlich dazu bewegt, Lehrer zu werden?

Herr Schröder: Ich leite bei uns im Tennisverein schon seit 10 Jahren das Kindertraining und vorher hatte ich auch schon viel mit Kindern zusammengearbeitet, Training gemacht und bemerkt, dass das gut geht und dass ich mit Kindern gut klarkomme und es ihnen offenbar auch Spaß macht. Bei mir gab es längst nicht so viele, die sich nach einem halben Jahr wieder aus dem Tennistraining abgemeldet hatten, weil sie keine Lust mehr hatten, als bei anderen Lehrern. Da ich gerne Sport treibe, habe ich mich auch dazu entschieden Sportlehrer zu werden, und PoWi habe ich genommen, weil ich mich einfach für Politik interessiere und ihr auch kritisch gegenüberstehe, damit ich den Kindern auch beibringen kann, das gesamte politische System kritisch zu betrachten und nicht einfach alles so hinzunehmen. In PoWi hat man auch ziemlich gute Chancen, das Interesse eines Schülers zu wecken.

fvss.de: Und wo haben Sie studiert?

Herr Schröder: In Jena und in Erfurt.

fvss.de: Und Ihr Referendariat? Wo haben Sie das gemacht?

Herr Schröder: In Bad Henstedt, das ist so ein kleines Örtchen eine halbe Autofahrtstunde nördlich von Erfurt. Das war ganz idyllisch, die Schule hatte insgesamt um die 250 Schüler und 25 oder 26 Lehrer. Die FVSS ist da vom Format her schon etwas größer.

fvss.de: Und vor allem auch vom Lehrer-Schüler-Verhältnis… 250 Schüler und 25 oder 26 Lehrer, das sind pro Lehrer gut 10 Schüler. Das ist nicht schlecht.

Herr Schröder: Und man kannte auch jeden Schüler, man konnte mit jedem Namen ein Gesicht verbinden.

fvss.de: Das ist natürlich nützlich. Und wie war das Referendariat für Sie? Lief es dank der niedrigen Schülerzahl vielleicht persönlicher ab?

Herr Schröder: Ja, das muss ich sagen. Auch das Lehrerverhältnis untereinander war super, fast schon ein bisschen familiär. Was allerdings nicht so schön war, waren die ganzen Pamphlete, also die Staatsexamenarbeiten, die ganzen Ausarbeitungen für die Schulstunden… Das hat schon viel Zeit in Anspruch genommen, gerade wenn man so „reingeschmissen“ wird und vorher eigentlich noch gar nicht so richtig unterrichtet hat, bis auf die ein, zwei Stunden im Praktikum und dann muss man auf einmal 15 Stunden pro Woche unterrichten und jede Stunde vorbereiten, weil man noch ganz unsicher ist, was man überhaupt machen soll. Und dann sitzt man wirklich schon bis spät in die Nacht an den Vorbereitungen, um die Stunde am nächsten Tag unter Dach und Fach zu bekommen und sicher auftreten zu können. Das war am Anfang schon ziemlich stressig, aber mit der Zeit wurde es immer besser. Dann bekommt man so eine gewisse Routine, es macht Spaß, man wird selbstsicherer. Insgesamt kann ich sagen, dass mir das Referendariat viel Spaß gemacht hat.

fvss.de: Und was war Ihr schönstes bzw. schrecklichstes Erlebnis während des Referendariats?

Herr Schröder: Das war, als wir auf einer Klassenfahrt eine Kanutour auf der Werra gemacht haben. Da sind etliche Kanus gekentert – Die Kinder hatten Schwimmwesten, es konnte also nichts passieren – Die hingen dann im Wasser und hielten sich an ihren gekenterten Kanus fest, konnten gerade noch so stehen… Und unser Boot, das Lehrerboot, war wie eine Rettungsinsel, da hielten sich dann bestimmt zehn Kinder daran fest und wir haben sie dann an Land geschleppt. Und diese Kinder waren dann richtig dankbar, dass wir sie sozusagen abgeschleppt hatten. An dieser Stelle war die Werra bestimmt 15 Meter breit. Das ganze war sher lustig und schön.
Mein unschönstes Erlebnis war der erste Unterrichtsbesuch, der bei mir gemacht wurde, als mir von meiner PoWi-Fachleiterin gesagt wurde, dass die Stunde katastrophal gewesen wäre. Das war nach zwei Monaten, die ich an der Schule verbracht hatte. Das hat mich ziemlich runtergezogen. Ich habe dann mein Examen mit einem 1,7-Durchschnitt gemacht und stand dann in der hessenweiten Rangliste der PoWi-Lehrer auf Platz 1. Man kann sich also auch verbessern. *lacht*

fvss.de: Oh, und welche Ziele haben Sie für Ihre Arbeit hier bei uns?

Herr Schröder: Erst einmal, dass ich gut „reinwachse“ in das gesamte Schulklima, natürlich auch, dass ich mich mit meinen Kollegen gut verstehe. Das ist immer etwas schwierig, wenn man als neuer Lehrer in eine Schule kommt und da sind dann schon etliche Kollegen, die sich untereinander kennen, aber bis jetzt hat es gut geklappt. Mit einigen bin ich schon ins Gespräch gekommen, es waren bisher auch alle nett zu mir. Da kann ich mich überhaupt nicht beschweren. Genauso ist es natürlich auch bei den Schülern, dass sie gut mit mir klarkommen und mit meinem Unterrichtsstil nicht nur akzeptieren, sondern auch gut finden. Ich helfe auch, wo ich kann, es ist also mehr oder weniger ein Geben und Nehmen.

fvss.de: Waren Sie denn schon mal in der Mensa und hat es Ihnen geschmeckt?

Herr Schröder: Bisher war ich erst einmal in der Mensa, aber da hat es mir geschmeckt. Viel kann ich noch nicht sagen, aber ich war schon oft in der Cafeteria.

fvss.de: Verlaufen Sie sich denn noch manchmal auf der Suche nach einem Klassenraum?

Herr Schröder: Also am Anfang bin ich nur herumgeirrt, aber mittlerweile geht es. Wenn man mir sagen würde: „Du musst jetzt in den Raum 417“, dann wüsste ich nicht sofort, wo der genau ist. Aber wenn ich mir vorher den Grundriss der Schule anschaue, dann finde ich den Raum meistens schon.

fvss.de: Der Raum 417 ist übrigens in der Oberstufe… Sind die Schüler denn artiger oder schlimmer als im Referendariat?

Herr Schröder: Also ich komme hier ganz gut klar.

fvss.de: Könnten Sie sich vorstellen, für längere Zeit hier an der FVSS zu bleiben?

Herr Schröder: Das kann ich mir absolut vorstellen. Ich habe in letzter Zeit so viele Formalitäten in Form von Dokumenten klären müssen, dass ich nicht wahrhaben will, dass das Ganze nur für ein Vierteljahr war. Ich schaue mal, wie es dann mit der Fahrerei ist… Aber für die nächsten 3, 4 Jahre werde ich mit Sicherheit hierbleiben, für viel länger kann man es, glaube ich, auch nicht vorausplanen.

fvss.de: Dann kommen wir jetzt zu einer Frage, die das FVSS-Team schon ganz fürchterlich beschäftigt hat: Sind Sie mit Gerhard Schröder irgendwie verwandt?

Herr Schröder: Nein, das bin ich überhaupt nicht. *lacht*

fvss.de: Und wie nervig fanden Sie dieses Interview?

Herr Schröder: Überhaupt nicht.

fvss.de: Das ist schön. Dann bedanken wir uns ganz herzlich. Wir werden dieses Interview dann auf die Webseite stellen.