Pisa Ergänzungsstudie

PISA E, die nationale Ergänzungsstudie zum PISA-Test von 2006, ist ausgewertet. Fazit: Die deutschen Schüler werden besser, aber langsam und sind weiterhin bestenfalls Mittelmaß. In Hessen lief es auch nur mittelprächtig: Im Bereich der Naturwissenschaften sind wir 12. von 16, also quasi die Fünftschlechtesten. Beim Lese- und Textverständnis immerhin auf dem 7. Platz.
Überraschung an der Spitze: Deutschlands Beste kommen nicht wie gewohnt aus Bayern, sondern aus Sachsen! Die Freunde der Weißwurst sind Zweiter, den dritten Platz belegen unsere thüringischen Nachbarn. Gratulation!
Die unterschiedlichen politischen Lager interpretieren die Ergebnisse wie üblich im eigenen Sinn. Die CDU lobt ihre Bildungserfolge, die SPD spricht von absolutem Misserfolg.
Neben allem politischen Säbelrasseln bleibt festzuhalten: Sachsens Erfolg kam nicht zufällig, sondern ist Resultat konsequenter Maßnahmen: Man entließ trotz sinkender Schülerzahlen die Lehrer nicht, wodurch kleinere Klassen entstanden. Außerdem gibt es in Sachsen die Hauptschule nicht mehr, sondern ein zweigliedriges Schulsystem, in dem die Schüler außerdem länger zusammen lernen. Dass diese Maßnahmen positive Ergebnisse zur Folge hatten, ist so überraschend nicht. Ähnliches zeigte sich schon bei den 2006 erfolgreichen Ländern der internationalen PISA-Studie. In Hessen macht man jedoch nichts davon, dafür hatten wir die Unterrichtsgarantie Plus.
Die Problematik der starken Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft der Schüler bleibt ungelöst, wie die Ergebnisse zeigen.
Es bleibt also viel zu tun. Vielleicht kann ja mal jemand aus Wiesbaden in Sachsen anrufen und sich helfen lassen. Ist nur so´ne Idee.