Freiherr-vom-Stein-Schule

Freiherr-vom-Stein-Schule

Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Exkursion nach Breitenau

Storyfoto Am Dienstag, dem 20.1.2009, stand für den Jahrgang 10 des Gymnasialzweiges der Freiherr-vom-Stein-Schule eine Exkursion in das ehemalige Arbeitserziehungs- und Konzentrationslager Breitenau in der Nähe von Guxhagen auf dem Stundenplan. Schon ab 1933 waren dort zuerst politische Gegner, später auch Juden inhaftiert worden und hatten Zwangsarbeit verrichten müssen.
Die eigentlich schöne Kirche im gotischen Stil, die im Laufe der Geschichte erst zum Heuboden, dann zum "Arbeitserziehungslager" und später zum Heim für "schwer erziehbare" Mädchen umfunktioniert worden war, lässt den ahnungslosen Passanten eigentlich nicht erahnen, dass hier einmal hinter einer steinernen Trennwand direkt hinter der Kirchenorgel (Die Wand existiert heute noch) Menschen gequält und zur Arbeit gezwungen wurden. Doch so unglaublich es auch klingen mag, auf der einen Seite der Wand wurde von Frieden und Nächstenliebe gepredigt, während auf der anderen Seite Häftlinge in Isolationszellen, die gerade einmal mit einer Toilette in miserablem Zustand und einer Holzpritsche ausgestattet waren, damit beschäftigt waren, Sätze wie "Wir hungern, weil unser Führer es so will" in die Wände zu ritzen.
Die Kälte in den ungeheizten Zellen des ehemaligen Arbeitslagers, die den besichtigenden Schülern entgegenschlug, verdeutlichte die Lage, in der sich die Gefangenen im Winter befunden haben müssen. Hinzu kamen damals noch Typhusepidemien.
In den ehemaligen Duschräumen hatte jede Dusche nur einen Kaltwasserhahn, Strohsäcke dienten in den kargen Zellen als Matratze. In der Nähe liegt ein ehemaliges Massengrab, halb verborgen in einem Hügel. Zeugenberichten zufolge waren die Erschießungen sogar zu hören. Was bleibt, ist ein erschreckend detaillierter Eindruck der Zeit, in der das Lager von den Nationalsozialisten geführt wurde.
Heute wird die Anlage als Gedenkstätte genutzt, ein Gebäude dient als psychiatrische Anstalt. Dr. Richter, Mitbegründer der Gedenkstätte, und einige Kollegen stellen sich und ihr Wissen über das Lager in Führungen zur Verfügung. Im Museumsteil der Einrichtung sind außerdem Fundstücke aus der Zeit des Nationalsozialismus ausgestellt, darunter "Judensterne", "OST"-Aufnäher für osteuropäische Zwangsarbeiter, Gestapo-Akten oder geheime Briefe von Häftlingen an Familienangehörige.