Freiherr-vom-Stein-Schule

Freiherr-vom-Stein-Schule

Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Einblicke in die Arbeitswelt

Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Nordhessen feiert heute das 50-jährige Bestehen Kassel. Die junge Bundesrepublik hatte sich gerade zur zweitstärksten Wirtschaftsnation der Welt gemausert, als bei den Unternehmern in Nordhessen die Erkenntnis reifte, dass es um das Wissen über soziale Marktwirtschaft nicht gut bestellt sei. Im Sommer 1959 holt Georg Werle, damals Leiter der Pressestelle der nordhessischen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände, Vertreter von Schulen und Wirtschaft an einen Tisch. Vor 50 Jahren wurde so der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft gegründet. Das Jubiläum wird heute gefeiert. Für den Festakt haben nordhessische Unternehmer und Kultusministerin Dorothea Henzler ihr Kommen zugesagt. Das unterstreicht die Bedeutung, die die Zusammenarbeit mit Firmen mittlerweile für Schulen hat. "Schule-Wirtschaft ist ein pädagogisches Fenster in die Berufswelt", sagt Berthold Schramm. Er ist Lehrer an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Lichtenau und Mitglied im Kasseler Arbeitskreis Schule-Wirtschaft. Lehrer könnten so Informationen sammeln und Kontakte knüpfen, die auch für ihre Schüler von großem Nutzen seien. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Nach dem Kasseler Arbeitskreis gründeten sich in Nordhessen schnell sechs weitere solcher Gremien, die sich zur AG Schule-Wirtschaft zusammenschließen. 1965 wurden die Angebote der AG als Lehrerfortbildungen anerkannt. "Die Lehrer sind unsere Multiplikatoren", sagt Frauke Syring. Gemeinsam mit Achim Schnyder führt sie die Geschäfte der AG. Durch die von der AG organisierten Vorträge und Betriebsführungen erhielten die Lehrer authentische Einblicke in die Arbeitswelt und die Funktionsweisen ökonomischer Prozesse. Das war in den vergangenen 50 Jahren allerdings nicht immer gefragt. Die Kapitalismuskritik der 68er-Bewegung, die von den Universitäten auch in die Schulen schwappte, lähmte die Arbeit der AG. Erst in den 80er Jahren gelang es, die Kooperation zwischen Wirtschaft und Schule neu zu beleben. 1968 war für die AG allerdings auch ein positives Datum: Zum ersten Mal organisiert Schule-Wirtschaft in dieser Zeit Schülerpraktika. In den 90er Jahren kamen weitere Aufgaben hinzu: Lehrer aus der ehemaligen DDR mussten verstärkt fortgebildet werden und Schulleiter verlangten nach Schulmanagement-Seminaren. Dabei ging es darum, für die Verwaltung immer größer werdender Schulen Elemente aus der Betriebs- und Personalführung zu nutzen, sagt Achim Schnyder. Heute organisiert Schule-Wirtschaft zirka 60 Veranstaltungen pro Jahr, an denen etwa 1000 Lehrer teilnehmen.