Seit den Sommerferien gibt es an unserer Schule einen neuen Zivi. Die Arbeit von Steffen Löwer wird nun von Jens Hobein fortgesetzt. Nachdem sich Jens Hobein ein bisschen einarbeiten konnte, hat ihn die Dfü-AG über seine jetzige Stelle und über ihn selbst befragt. Jens Hobein zeigte sich hier sehr offen und gut gelaunt und machte auch ansonsten einen sehr sympathischen Eindruck.
DFÜ: Hallo Jens, wieso machst du eigentlich Zivildienst und bist nicht zur Bundeswehr gegangen ? Hatte das eventuell auch etwas mit der Musterung zu tun ? Wird dort immer noch alles so "genau" untersucht ?
Jens: Nein, mit der Musterung hatte das nichts zu tun, aber ich kann bestätigen das dort alles ziemlich pingelig untersucht wird. Die Zivizeit soll für mich so etwas wie eine Übergangszeit sein. Vor allem möchte ich mich auf mein Studium vorbereiten, denn ich möchte mal Musiklehrer werden, aber nicht als Lehrer in der Schule, sondern privat. Und die Vorbereitung würde halt nicht klappen, wenn ich bei der Bundeswehr wäre.
DFÜ: Wie sieht es bei dir mit den Arbeitszeiten aus ? Ist dein Tag jetzt schon genauso aufgebaut, wie ein Berufstag im Alltag ?
Jens: Also in der Regel bin ich hier in der Schule von 7.30 Uhr morgens bis 14.00 mittags. Man kann es also mit einem normalen Schultag vergleichen. Dort erledige ich dann meine Aufgaben, wie zum Beispiel die Vertretungspläne aufhängen.
DFÜ: Wie sieht das denn mit Leerlaufphasen aus ? Wir haben gehört, dass du dich auch manchmal unten im Sekretariat langweilst und nichts zu tun hast. Was machst du dann ?
Jens: Was macht man da *grins* ? Also ich bekomme einmal im Monat die Zivizeitung. Die schaue ich mir dann an oder löse Kreuzworträtsel. Dann helfe ich meistens noch den Sekretärinnen bei Laufwegen oder Ähnlichem. Mal hole ich eine Akte oder kopiere etwas. Halt so etwas in der Art.
DFÜ: Hast du auch schon mal etwas falsch gemacht? Sprich, ist Frau Burgheim wirklich so nett, wie sie immer scheint oder hat sie dich auch schon mal angeschrien ? ;-)
Jens: Nein, angeschrien hat sie mich noch nicht *lach*.
DFÜ: Okay. Und gibt es unter deinen verschiedenen Aufgaben auch welche, die du eher nicht magst oder auch im Gegenteil mehr als andere bevorzugst ?
Jens: Wenig mag ich, wenn Briefe vom Kultusministerium kommen. Dann sind da Kartons voll mit Briefen und Flyern, die ich dann jeweils den Klassen 5-13 zuordnen muss. Dann gilt es noch Name drauf und Gummibändchen drum und ab in die Klassen. Das ist ein wenig nervig. Im Gegenteil bevorzuge ich Sachen, wie zum Beispiel Post hochbringen oder die Vertretungspläne ins Lehrerzimmer zu bringen. Dann kann man sich kurz mit den Lehrern unterhalten und das ist ganz nett. Den Sekretärinnen helfe ich auch gern beim Abheften von Sachen oder bei Ähnlichem. Eine echt lustige Aufgabe ist es, wenn am Kopierer Papierstau ist. Dann kommen die Lehrer immer zu mir und fragen mich, ob ich ihnen mal helfen könnte. Ich weiß auch nicht, warum sie es nicht verstehen, aber das ist echt lustig. :-D
DFÜ: Musst du zu Hause auch noch etwas im Sinne der Schule erledigen, also gibt es irgendwelche "Hausaufgaben"?
Jens: Nö, ich muss rein gar nichts zu Hause machen. Da sieht man auch, dass der Zivildienst hier viel entspannter ist, als zu Schule zu gehen. Du packst deine Sachen, gehst morgens in die Schule, um 2 gehst du dann wieder und du brauchst dir einfach gar keine Gedanken mehr machen. Im Vergleich zu anderen Zivistellen ist diese hier an der Schule also eher nicht so zeitaufwendig. Man muss dann noch berücksichtigen, dass man die ganzen Ferien, die die Schüler auch haben, auch noch dazubekommt. Es ist einfach geil.
DFÜ: Wie bist du überhaupt darauf gekommen, deinen Zivildienst hier an der Schule zu absolvieren ?
Jens: Ich habe mich mit dem vorigen Zivi Steffen unterhalten und er hat mir gesagt, dass das hier eine echt gute Stelle sei und man dafür sogar noch gut bezahlt wird. Eigentlich wollte ich erst in den Kindergarten, denn ich habe mich an meine Kindergartenzeit erinnert und da war ich immer nur bis mittags da. So hätte ich dann auch viel Freizeit gehabt. Um 8 Uhr hin und um 12 Uhr dann nach Hause. Das wäre auch cool gewesen, aber ich bin dann noch mal darauf angesprochen worden, dass Ganztagesstätten eingeführt wurden. Da hatte sich die Entscheidung erledigt.
DFÜ: Hat dich bei deiner Entscheidung auch deine vorherige Schullaufbahn hier an der Schule beeinflusst ?
Jens: Ja, ich wollte halt eine Dienststelle, wo so wenig Zeit wie möglich verbringen muss. Und da hat das hier ganz gut geklappt, denn hier bin ich nah an meinem Zuhause und muss auch nicht jeden Tag pendeln, um zu meinem Arbeitsplatz zu kommen. Aber der größte Grund war halt für mich, dass ich genug Zeit habe mich auf mein Studium vorzubereiten.
DFÜ: Was hast du beruflich noch für Ziele ? Und die Frage mit studieren hat sich ja schon geklärt. Nur wo und wann wolltest du dann studieren ?
Jens: Ja genau. Ich möchte dann Musik studieren, aber nicht auf Lehramt. Ich möchte dann privat als Musiklehrer arbeiten. Wenn alles glatt läuft und ich die Aufnahmeprüfung schaffe, würde ich gerne in Kassel studieren. Das Ganze würde dann im Februar anfangen.
DFÜ: Und wie sieht es bei dir mit den privaten Zielen aus ? Hast du schon mal an Familie etc. gedacht?
Jens: Nein, das habe ich mir noch nicht überlegt. Ich denke dafür habe ich auch noch ein bisschen Zeit.
DFÜ: Bleiben wir beim privaten. Was hörst du denn so für Musik ?
Jens: Im Allgemeinen höre ich eigentlich ziemlich viel. jedoch höre ich in letzter Zeit eher die Musikrichtung Klassisch. Normalerweise höre ich aber eher Metal und Sachen in dieser Richtung.
DFÜ: Zählt Musik für dich also als Hobby dazu ? Ist es für dich also nicht nur kulturell, sondern auch ein wichtiger Lebensteil ?
Jens: Ja, auf jeden Fall. Es ist für mich schon wichtig. Schließlich ist man ja ständig mit Musik in Kontakt und ich will es ja auch studieren.
DFÜ: Was hast du sonst noch für Hobbys ?
Jens: Naja vor allem Gitarre spielen, aber ich mache auch gerne Sport und treffe mich mit Kumpels.
DFÜ: Wo siehst du dich jetzt in 20 Jahren ?
Jens: Mh. Das ist nicht einfach, aber hoffentlich mit abgeschlossener Ausbildung und einem Beruf.
DFÜ: Jetzt haben wir schon ein recht guten Eintrug von dir erhalten. Könntest du dich noch einmal kurz in ein paar Worten selbst beschreiben?
Jens: Ich denke, ich bin ein recht gelassener Typ. Als sich die Anderen bei den Klausuren immer Stress gemacht haben, bin ich immer ziemlich entspannt an die Sache rangegangen und habe mir nicht so wirklich Stress gemacht. Dann bin ich denke mal noch ganz nett und für alles offen.
DFÜ: Okay, das war's dann auch schon. Dann bedanken wir uns noch dafür, dass du dir die Zeit für uns genommen hast und ausführliche Antworten gegeben hast. Des Weiteren wünschen wir dir noch viel Spaß und Glück bei der Arbeit.
Jens: Kein Problem, gern geschehen.