Am Montag, den 25.01.2010 besuchten wir, die Klassen G10a und G10b, die KZ-Gedenkstätte Breitenau bei Guxhagen. Doch statt eines abgelegenen, grausamen Vernichtungslagers (was viele erwartet hatten), fanden wir dort ein zentral im Ort gelegenes mittelalterliches Klostergelände vor, das bei unserem Ankommen einen geradezu idyllisch verschneiten Eindruck machte. Doch der Schein trügt, wie wir schon bald feststellen mussten.
Ein Film stellte uns die Geschichte des Konzentrationslagers in den Jahren 1933 bis 1934 vor. Hier wurden politische Gegner der Nationalsozialisten „umerzogen“, um ihren Willen und Widerstand gegen die Diktatur zu brechen. Verschiedenen Zeitzeugen berichteten über die menschenunwürdigen Verhältnisse der Häftlinge.
Einiges davon konnten wir uns bei einer Führung vorstellen, so etwa die Kälte in den Zellen und Unterkünften, da wir selbst in unseren warmen Jacken gefroren haben. Wie mag es da den Häftlingen in ihren dünnen Lumpen gegangen sein? Dazu kam noch der Hunger und die harte Arbeit und die engen, dunklen aber überfüllten Zellen. Selbst das Duschen wurde als Strafe eingesetzt, indem das Wasser je nach Laune der Wärter eiskalt oder sehr heiß gestellt wurde. Sehr schockiert hat uns die Tatsache, dass man die große Klosterkirche in zwei Bereiche aufgeteilt hatte: einen, in dem man die Gefangenen drillte und einen anderen, in dem man über Nächstenliebe und Barmherzigkeit predigte.
Wir erfuhren auch, dass Breitenau während des Zweiten Weltkriegs als „Arbeits- und Erziehungslager“ für ausländische Zwangsarbeiter und –arbeiterinnen genutzt wurde, die wegen irgendwelcher Lappalien dort zeitweise eingesperrt und gequält wurden. Das konnten wir beim Lesen von Originalakten aus der Nazizeit feststellen. So führten Verspätungen bei der Arbeit, unerlaubte Liebesbeziehungen, Diebstahl einer Essensmarke oder Kartoffel direkt nach Breitenau und von dort nicht selten in ein KZ wie Dachau oder Auschwitz.
(Zusammengestellt aus Berichten von Lisa-Marie, Viktoria und Julia W. (G10a))