Freiherr-vom-Stein-Schule

Freiherr-vom-Stein-Schule

Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Beginn einer Freundschaft

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Freiherr-vom-Stein-Schule trifft Vertreter der Gemeinde "22 de abril" aus El Salvador

Hessisch Lichtenau. Als Francisco in die Schule der Armengemeinde "22 de abril" kam, hatte er die erste Klasse bereits viermal wiederholt – ein hoffnungsloser Fall? Mitnichten: Sein fünfter Versuch glückte. Der Junge verlor die Angst vorm Lesen und Schreiben und leitet heute die Bibliothek der Gemeinde. Er ist nur einer von vielen Bedürftigen aus El Salvador, die vom Engagement der Gemeinde profitieren und dadurch ihrem Leben eine Wendung geben konnten.
Wie sie dabei unterstützt werden, berichteten Pater Gerhard Pöter, Lehrerin Yessenia Iveette Nerio und Krankenschwester Ysabel Cristina Arevalo aus San Salvador in einigen Klassen der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau. "Wir finden es wichtig, vor Ort sozial engagiert zu sein, aber dabei wollen wir den Blick in die Welt nicht verlieren", sagt Jesus Nicolas Sola Requena, Lehrer der Klasse R9A. Mit Lehrerin Claudia Seiler will er regelmäßige Hilfsaktionen für die Gemeinde in der Schule etablieren. "Wir würden uns eine Partnerschaft wünschen, damit wir die Projekte unterstützen können." Bedarf gibt es reichlich: Die Gemeinde finanziert viele ihrer Projekte über Hilfsaktionen.

Ansehen ist ein Problem
Mit ihren 40 Mitarbeitern betreibt die Gemeinde neben der Schule und Bibliothek einen Kindergarten, eine Gesundheitsstation, eine Kunsthandwerkstatt sowie einen ökologischen Bauernhof.
Detailliert erzählten die drei Besucher den Schülern vom Schulalltag in dem zentralamerikanischen Land, sie schilderten das Problem der Jugendbanden und sprachen über das Ansehen der Schule.
"Wir sind umstritten. Da bei uns die Ärmsten zur Schule gehen und wir alternative Lehrmethoden anwenden, werden wir vom Staat als eine Art Verrückten-Schule wahrgenommen", beschreibt Nerio. Es sei nicht üblich, Schüler als Akteure zu begreifen. Der passive Schüler, der ausschließlich Wissen aufnimmt, sei stattdessen gewünscht. Auf staatliche Unterstützung kann die Gemeinde daher nicht hoffen – dafür aber auf Hilfe der Schule. Eine erste Spende übergaben die Schüler der R9A direkt nach dem Gespräch. "Es gab auch schon einige Ideen unter den Schülern, wie wir der Gemeinde weiter helfen können", freut sich Sole Requena.

Weitere Schulen, die Pater Pöter in der kommenden Woche noch besuchen wird, sind die Johannisberg-Schule Witzenhausen, die seit 2007 eine Schulpartnerschaft zur Gemeinde pflegt, sowie die Lindenhofschule in Gertenbach, die eine gesamte Projektwoche zum Thema geplant hat.
"Unsere Jungen und Mädchen": Mit dem Plakat stellen Pater Gerhard Pöter (4. Reihe, rechts), Lehrerin Yessenia Iveette Nerio (2. Reihe, links) und Krankenschwester Ysabel Cristina Arevalo (3. Reihe, rechts) ihre Arbeit den Schülern der R9A und den Lehrern Jesus Nicolas Sola Requena (4. Reihe, links) und Claudia Seiler (1. Reihe, 2. von links) der Freiherr-vom-Stein-Schule vor.

(von Alexandra Müller; Foto: Müller)