Das Schuljahr hat seine Startphase hinter sich, die Schüler haben sich an ihren neuen Status gewöhnt, aber auch die dieses Jahr zahlreichen neuen Lehrer hatten nun genug Zeit sich einzugewöhnen. Deshalb dachten wir, es wäre an der Zeit, euch einen vorzustellen. Unsere Wahl fiel auf Frau Franz, die sich freundlicherweise bereit erklärte, sich mit uns ein bisschen über sich zu unterhalten.
DFÜ: Haben wir Ihren Namen richtig geschrieben?
Frau Franz: Nein, das hat sich so in der Schule eingeschlichen.
Eva Maria wird bei mir ohne Bindestrich geschrieben. Das gibt es im jüdischen
nicht. Also die Havra, die Eva, wird niemals an Mariam dran gehängt.
DFÜ: Wie alt sind Sie?
Frau Franz: Auch wenn es mir so langsam ein bisschen alt vorkommt, 42. Man wird nun mal nicht jünger. (lacht)
DFÜ: Woher kommen Sie?
Frau Franz: Aktuell lebe ich in Nieste, da habe ich vor zwei Jahren ein Haus gekauft.
Ich habe in Kassel studiert und bin vor zwanzig Jahren nach Nordhessen gekommen.
Mein Geburtsort ist aber Stuttgart und dort bin ich auch zur Schule gegangen.
Ich habe noch eine Schwester in Heidelberg, die arbeitet dort im Schulamt und meine
Familie lebt zum einen in Amerika und zu anderem in Australien. Wenn ich Familie treffen möchte,
muss ich immer fliegen, kann also leider nicht mal einfach um die Ecke und Oma oder Opa besuchen.
DFÜ: Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Frau Franz: Ich lese unheimlich gerne und früher habe ich sehr gerne Ballett getanzt, aber mit
42 wird das langsam ein bisschen schwierig, man ist einfach nicht mehr so beweglich
wie als junger Mensch.
DFÜ: Sind Sie liiert?
Frau Franz: (Nein, ich bin komplett solo. Das ist glaub ich auch ganz gut so.)
Aber das wird nicht auf die Homepage geschrieben. Höchstens in Klammern! (lacht)
DFÜ: Wollten Sie schon immer Lehrer sein?
Frau Franz: Ja, das ist, denk ich mal, auch mehr als ein Beruf. Das war eine
sehr bewusste Entscheidung, die ich vor vielen, vielen Jahren getroffen habe. Und niemals
bereut habe. Ich wollte immer Lehrer sein. Mein Beruf ist mein Hobby. Ich bin auch mit Schule
am Wochenende beschäftigt, deshalb habe ich auch nicht so viel Zeit für andere Dinge.
DFÜ: An welcher Schule waren Sie vorher?
Frau Franz: Bevor ich an die FvSS kam, war ich dreieinhalb Jahre an der Gesamtschule
Niederaula, außerdem an der Modellschule Obersberg. Davor war ich an der Ursulienenschule in Fritzlar, das ist eine Klosterschule. Dort blieb ich jedoch nur ein halbes Jahr, vielleicht war ich nicht klösterlich
genug. (lacht) Und mein Referendariat habe ich in Rotenburg an der Jakob-Grimm-Schule gemacht.
Das war eine wunderschöne Zeit, ich war sehr, sehr gerne dort als Referendarin.
DFÜ: Wie sind Sie auf unsere Schule gekommen?
Frau Franz: Ich habe die Schule ausgewählt, ich habe die Weltrekordaktion im
Internet gesehen und da habe ich mir gesagt, die Schule muss es sein. Ich habe sie
bewusst gewählt und ich möchte hier auch gerne bleiben.
DFÜ: Haben Sie sich unsere Schule so vorgestellt?
Frau Franz: Ich habe die Schule zum ersten Mal Ende des letzten Jahres
gesehen und hatte ein bisschen Respekt, weil die sie so groß ist. Meine Befürchtung war, dass ich mich bei so vielen Gebäuden nicht orientieren könnte. (lacht)
Ich habe mir viele Informationen geholt und ich kannte eigentlich schon ganz, ganz viel
in den ersten Wochen, was die anderen neuen Kollegen vielleicht noch nicht so kannten. Es gefällt mir wirklich gut hier.
DFÜ: Welchen Eindruck haben Sie von uns Schülern an der FVSS?
Frau Franz: Ich habe im Moment sehr viele Klassen. Gut, die Kleinen die sind eben
noch sehr wuselig, aber sehr süß. Die Mittelstufenschüler sind da natürgemäß schon ein bisschen weiter und wirklich toll. Den Jahrgang 8, in
dem ich eingesetzt bin, da muss ich schon sagen, dass ich den gerne bis zum Abitur
behalten würde. Den mag ich nicht mehr her geben, aber das kann ich natürlich nicht
alleine bestimmen, aber das sind so die Leute, die hätte ich gerne bis zum
Abitur, wenn sie mich 5 Jahre aushalten. (lacht) Und die Oberstufe sind schon alle sehr erwachsen, sehr selbstständig, sehr souverän.
DFÜ: Was würden sie gerne hier ändern?
Frau Franz: Gar nichts. Bisher finde ich alles sehr positiv. Von daher, ich will hier nicht mehr weg.
DFÜ: Sind Sie lieber an unserer oder der vorigen Schule?
Frau Franz: Ich hab kein Heimweh an meine vorigen Schulen und ich wollte hier
sein und will hier sein.
DFÜ: Warum waren Sie an den anderen Schulen weniger zufrieden?
Frau Franz: Na ja, Bad Hersfeld ist ja ziemlich weit weg. Und die Ursulienenschule
war wirklich sehr katholisch. Und die einzige Schule, nach der ich jemals
richtig Heimweh hatte, war die Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg. In die FvSS verliebt man sich
im ersten Augenblick. Zumindest bei mir war das so, ich kann das auch nicht begründen. Man gehört hier
her und für mich ist das nach acht Wochen, als wäre ich noch nie woanders gewesen.
Das hört sich doch gut an, finden wir und freuen uns, eine so zufriedene und motivierte Lehrkraft im Lehrerkollegium begrüßen zu dürfen.