Eine ganztägige Exkursion führte alle Geschichtskurse des Jahrgangs 12 in das ehemalige Arbeitslager Dora-Mittelbau bei Nordhausen. Hier wurden während der letzten beiden Kriegsjahre Häftlinge als Arbeitssklaven für den Bau eines unterirdischen Stollensystems für den bau der "Wunderwaffe" V2 eingesetzt. Ein Schicksal, das aufgrund der katastrophalen Arbeitsbedingungen für viele Häftlinge tödlich war.
Eindrücklich wurde durch eine Ausstellung und eine geleitete Geländeerkundung die systematische Entmenschlichung der verschleppten Menschen deutlich. Namen spielten keine Rolle mehr, der Einzelne wurde nur noch mit seiner Nummer gerufen. Die rücksichtslose, unmenschliche Ausbeutung der Arbeitskräfte beim Stollenbau führten – in Verbindung mit der geringen und schlechten Ernährung – dazu, dass die Lebenserwartung durchschnittlich nur drei Monate betrug.
Der Tag war für alle Beteiligten eine Herausforderung zu einer individuellen Beschäftigung mit der Brutalität und Unmenschlichkeit während der NS-Zeit. (SG)