In diesem Jahr ist ein Wechsel im Bereich des Schulhausmeisters vorgenommen worden und nun dürfen wir den neuen Hausmeister, Herrn Köbrich, willkommen heißen, der nun die Arbeit von Herrn Germandi fortsetzt.
DFÜ: Wo sind sie zur Schule gegangen und wo haben sie ihre Ausbildung abgeschlossen? Hat ihre Schulzeit sie beeinflusst, den Beruf des Hausmeisters anzustreben?
Herr Köbrich: In meiner schulischen Laufbahn habe ich als erstes die Grundschule in Walburg besucht. Danach bin ich dann nach Hessisch Lichtenau in die Förderstufe gegangen und habe anschließend meinen Hauptschulabschluss an der FvSS gemacht.
Meine Ausbildung habe ich als Elektroinstallateur bei einer Firma in Kassel absolviert. Demnach hat mich meine Schulzeit eher weniger beeinflusst, den Beruf des Hausmeisters auszuüben.
DFÜ: Ist das ihre erste Stelle als Hausmeister? Oder gab es auch schon andere Stellen? Gibt es große Unterschiede zu anderen Arbeitsplätzen? Vielleicht wäre in diesem Zusammenhang für unsere Leser auch noch interessant, wie das Einstellungsverfahren an der Schule war?
Herr Köbrich: Nein, das ist nicht meine erste Stelle als Hausmeister. 1997 bot sich mir eine Stelle als Hausmeister in der Grundschule in Walburg an. Diese wurde frei, war innerhalb meines Wohnortes und die Arbeitsstelle in Kassel hatte nicht mehr so viel Perspektive für mich. Somit habe ich mich in Walburg beworben und das hat dann auch geklappt. Ich war dann 14 Jahre als Hausmeister in Walburg tätig und bin diesen Sommer im Juni nach Hessisch Lichtenau gekommen. Ich hatte mich vor mehreren Jahren hier an der Schule beworben, weil ich wusste, dass Herr Germandi, der vorherige Hausmeister, irgendwann in Rente geht. Dieses Jahr im Sommer hat die Umsetzung erfolgreich stattgefunden.
Ein Unterschied zu der Schule in Walburg ist für mich bisher nur die Größe der Kinder. Aber das ist kein Problem und macht mir auch großen Spaß.
DFÜ: Was erhoffen sie sich mit der Stelle als Hausmeister an unserer Schule?
Herr Köbrich: Im Großen und Ganzen war die Stelle in der Grundschule für mich einfach nicht sicher genug. Heutzutage weiß man nicht genau, wie lange sich die Grundschulen noch halten. Das ist jedenfalls in den kleineren Ortschaften so und deshalb habe ich versucht hierher zu kommen, da diese für mich einen größeren Sicherheitsfaktor bezüglich meines Arbeitsplatzes verspricht.
DFÜ: Sie haben auch ein gewisses Team zu betreuen und diesem müssen auch Aufgaben zugeordnet werden. Wie sieht die Kooperation innerhalb des Teams aus und inwiefern dürfen sie das Team befehligen? Ist das Verhältnis zwischen ihren "Helfern" und Ihnen gut?
Herr Köbrich: Das Team besteht aus 4 Hausmeistern, den Raumpflegerinnen und einer Reinigungsfirma, die zur Reinigung der Turnhallen verantwortlich ist. Ich bin für sie eine Art Ansprechpartner und helfe ihnen bei Fragen und anderen Dingen. Das Verhältnis und somit die Zusammenarbeit würde ich als sehr gut einstufen.
DFÜ: Und wie sieht ihr Verhältnis zur Schulleitung, Schülern und Lehrern aus? Haben Sie sich schon mit dem ein oder anderen herumärgern müssen?
Herr Köbrich: In der kurzen Zeit, die ich bisher hier bin, kann ich das Verhältnis auch nur positiv einstufen. Es gab noch keine Probleme, außer gewissen Toilettendefekten. Ich finde das nur schade, dass manche Schüler nach der Sanierung der Toiletten meinen, diese gleich wieder verunstalten zu müssen.
DFÜ: Es gibt sicherlich auch Aufgaben im Hausmeisteralltag, die Ihnen besonders Spaß machen. Welche gehören zum Beispiel dazu? Und welche Aufgaben fallen in den Bereich, die sie nicht leiden können?
Herr Köbrich: Die Aufgaben, die mit dem eben angesprochenen Vandalismus auf den Toiletten zusammenhängen, machen zum Beispiel keinen Spaß. Aber alles in allem macht mir die Arbeit als Hausmeister viel Spaß, weil man relativ selbstständig ist und man sich den Tag selbst einteilen kann. Wichtig ist, dass die Sache läuft und dann ist alles gut.
DFÜ: Am Wochenende des 11.09. kam es hier im Werra Meißner Kreis zu einem starken Unwetter und auch die Schule hat etwas davon abbekommen. So mussten die Fachreinigungskräfte schon morgens manches Klassenzimmer von einer kleinen Überschwemmung befreien. Inwiefern hat sich das Unwetter noch auf unsere Schule ausgewirkt?
Herr Köbrich: Nachdem man zuhause am eigenen Haus geschaut hat, ob noch alles steht, bin ich mit meinem Hausmeisterkollegen Alfred Pineker sofort an die Schule gefahren, um nach dem Rechten zu schauen. Es gab eine weggeflogene Lichtkuppel, umgeknickte Bäume und eine Laterne und es ist in manche Räume Wasser eingedrungen. Folglich haben wir einige Raumpflegerinnen angerufen, die am nächsten Morgen die Wasserlachen beseitigt haben, damit der Unterricht reibungslos verlaufen konnte.
Solche Dinge gehören aber zum Beruf dazu. Wenn Störmeldungen von Heizung, Alarmanlagen etc. reinkommen, muss man sich um diese Probleme kümmern, auch wenn dies nach Feierabend geschieht.
Glücklicherweise hat sich das Unwetter bei uns noch in Grenzen gehalten, was den Schaden angeht.
DFÜ: Wie sieht nun der typische Berufstag als Hausmeister an der Freiherr-vom-Stein-Schule aus? Oder gibt es keinen typischen Arbeitstag?
Herr Köbrich: Einen typischen Berufstag als solchen gibt es nicht. Jeder Tag verläuft meist anders, denn es gibt immer wieder andere Abläufe und andere Sachen, die auf einen zukommen.
Das macht den Beruf für mich ziemlich interessant. Es passieren immer wieder Dinge, mit denen ich nicht gerechnet hätte und die unerwartet auftreten. Das macht den Beruf für mich sehr reizvoll.
DFÜ: Wie verbringen Sie Ihren Feierabend und was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Herr Köbrich: Nach der Arbeit ist für mich Freizeit, in der ich meine Hobbys ausüben kann und für meine Familie da bin.
DFÜ: Sie haben also auch Familie?
Herr Köbrich: Ja, ich habe Frau und 3 Kinder. Zum Wohnort ist zu sagen, dass es schön ist einen Arbeitsplatz in der Nähe zu haben. Wenn man einen Job in Kassel hat, so sind damit auch die Fahrkosten verbunden, die somit höher ausfallen, als wenn man nur nach Hessisch Lichtenau fahren muss. Das wäre für mich ein finanzieller Nachteil. Zudem brauche ich höchstens 5 Minuten nach HeLi und eine halbe Stunde bis nach Kassel in die Innenstadt.
DFÜ: Haben sie Hobbys, die sie gern mögen oder etwas anderes?
Herr Köbrich: Zu meinen Hobbys zählt mein Haus, an dem immer viel zu arbeiten ist. Zudem möchte immer eins meiner Kinder etwas von mir. Ich bin auch in der Feuerwehr und an Wochenenden helfe ich oft in der Gaststätte meiner Schwiegereltern aus.
DFÜ: Haben sie noch ausreichend Zeit dafür, durch die Arbeitsbelastung?
Herr Köbrich: Ja, es ist ausreichend Zeit verfügbar, jedoch ist der Urlaub, den man sich nehmen möchte, auf die Ferienzeit eingegrenzt. Das heißt, ich kann mir nur Urlaub nehmen, wenn auch Schulferien sind. Jedoch habe ich auch wie jeder andere Arbeiter 30 Urlaubstage. Es muss dann in den Ferien immer ein Hausmeister in der Schule anzutreffen sein. Es gibt schließlich auch Arbeiten während der Ferien, wie zum Beispiel die Sanierung einiger Schulbereiche. So ist zum Beispiel in kommender Zeit die Sanierung des Bauteil 1 geplant, welche den Altbau der Mittelstufe mit einbegreift.
DFÜ: Wie würden sie nun unsere Schule nach der kurzen Eingewöhnungsphase beschreiben?
Herr Köbrich: Ich fühle mich hier auf jeden Fall sehr wohl und der Umgang mit den Kindern ist dem Alter entsprechend. Es gibt zwar Ruhige und eher weniger Ruhige, aber bisher gab es keine schlimmen Konflikte und alles war bisher gut.
DFÜ: Haben sie noch etwas, was sie den Schülern mitteilen möchten?
Herr Köbrich: Ein angemessenes Verhalten ist natürlich nie verkehrt und in den Pausen sollten sich vielleicht einige etwas mehr zurückhalten, damit das Ganze nicht in Randale endet, aber ansonsten gibt es nichts, was ich den Schülern noch mit auf den Weg geben könnte.
DFÜ: Vielen Dank für die Zeit und das nette Interview! Dann im Namen der Schülerschaft auch von uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit!