Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Experimentieren im Biologieunterricht: Kondome im Sicherheitstest

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Das Kondom ist neben der Verhütung vor einer ungewollten Schwangerschaft auch das einzige Verhütungsmittel, welches auch vor einer Übertragung von Krankheiten, wie AIDS, Hepatitis, Tripper u.a. schützt. Aber muss vor und beim Gebrauch des Kondoms etwas beachtet werden, damit dessen Sicherheit gewährleistet ist oder gilt hier das Motto „Learning by doing“?

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9f der Freiherr-vom-Stein Schule sind dieser Frage auf den Grund gegangen. Sie haben eigenständig Experimente zur Überprüfung der Hinweise in der Packungsbeilage entwickelt, um aufzuzeigen, dass es unabdingbar ist, sich vor dem Gebrauch über den richtigen Umgang mit dem Kondom zu informieren und damit dessen Wirksamkeit zu sichern.

Die Lernenden der Klasse 9f haben sich in vier Forscherteams aufgeteilt, um die Auswirkungen des Überschreitens des Verfallsdatums, von Wärme, Druck und spitzen Gegenstände, der Größe und verschiedenen Gleitmitteln auf die Sicherheit und Funktionalität des Kondoms zu ermitteln.

Die Teams setzten ihre geplanten Experimente um und beschrieben ihre Ergebnisse und Erkenntnisse, um dann eine gemeinsame Packungsbeilage mit Handlungsansweisungen und Erläuterungen zu erstellen.

Durch das Überschreiten des Verfallsdatums wird das Kondom porös und lässt sich schwerer abrollen, ähnliches gilt bei einer zu hohen Wärmeeinwirkung, bei der das Kondom weißliche Stellen bekommt, porös und weniger dehnbar wird. Es sollte demnach stets darauf geachtet werden, dass das Kondom kühl und geschützt vor der Sonne gelagert und niemals ein Kondom verwendet wird, bei welchem das Verfallsdatum überschritten wurde.

Die Einwirkung von Druck und spitzen Gegenständen alleine kann der robusten Kondompackung und den Gummis darin nicht viel anhaben. Jedoch ist oft in Taschen oder Portmonees neben Druck durch spitze oder stumpfe Gegenstände auch der Faktor Wärme gegeben, wodurch das Risiko einer Verletzung der empfindlichen Latexhaut enorm gesteigert wird. Das Kondom sollte daher in separaten Boxen und außerhalb des Portmonees oder Taschen mit Schlüssel transportiert werden.

Auf die richtige Größe kommt es sehr wohl an. Das hat auch das Forscherteam entdeckt, welches sich mit den Größen der Kondome beschäftigt hat. Es gibt Größen, die zwischen 47mm bis 69mm liegen. Wobei diese Angaben den Durchmesser des erigierten Penis beschreiben. Die eigene passende Größe lässt sich durch das Messen des Umfangs mit geeigneten Maßbändern ermitteln, welche neben dem Umfang auch den passenden Durchmesser und damit die passende Größe angeben. Ein zu großes Kondom kann beim Geschlechtsverkehr abrutschen, ein zu enges Kondom kann Schmerzen beim Träger verursachen oder sogar platzen. Deshalb ist es wichtig, dass jeder Mann seine eigene Kondomgröße kennt und diese auch verwendet.

Gleitmittel?! Na klar, aber welches kann bedenkenlos angewendet werden? Die Antwort hat das Forscherteam der Klasse 9f durch ihr eindrucksvolles Experiment ermittelt. Denn kaum war das ölhaltige Gleitmittel auf die Latexhaut aufgetragen, wurde diese weiter und begann sich zu wellen. Gleitmittel auf Silicon- und Wasserbasis hingegen verliehen der Latexhaut mehr Rutsch, perlten aber sonst von der Oberfläche ab, ohne diese zu beschädigen. Gleitmittel, wie Babyöle, Vaseline, Körperlotion oder sogar Sonnenmilch, die ölhaltige Mittel enthalten, sind nicht für die Anwendung zusammen mit Kondomen geeignet. Stattdessen sollten extra dafür gekennzeichnete Gleitmittel gekauft und vor der Anwendung mit Kondomen auf ihre Inhalte hin überprüft werden.

Wer sich und seinen Partner/ seine Partnerin schützen will, sollte daher stets die Hinweise der Packungsbeilage genau durchlesen und befolgen, um unnötige Fehler von vorneherein auszuschließen und mit besten Wissen und Gewissen zu lieben.

Verfasst von L. Kümmel (Fachlehrerin Biologie)
30.06.2015