Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Kunstprojekt mit polnischen Austauschschülern (Teil 2)

Storyfoto

Am 30.5. war es endlich soweit: Nach langen Vorbereitungen starteten wir in strömendem Regen nach Pleszew /Polen zu unserem künstlerischen Gegenbesuch. Wir, das waren 11 SchülerInnen und Herr Möller sowie Frau Seiler. Nach guter Fahrt landeten wir gegen Abend im „Palast“ von Witaszice und wurden schon sehnsüchtig von der Lehrerin Maria Cichy und ihren SchülerInnen erwartet. Groß war die Wiedersehensfreude, auch wenn es einige Wechsel in Schülerschaft gegeben hatte.

Die Zimmer des Hotels waren schnell bezogen und ein typisch polnisches Abendessen wartete auf uns: Vorsuppe, Schweinefleisch, Sauce, Salat oder Gemüse und Kartoffeln. Abends gab es viel zu erzählen und so wurde es spät, bis wir Schlaf fanden.

An den folgenden Arbeitstagen kümmerten wir uns weiter um unsere begonnen Filme in Stopp-Motion-Technik und verwirklichten einige neue Projekte. Praktisch war dabei, dass hinter dem kleinen Hotelpark ein Arbeitsgelände einer Großgärtnerei ist: Dort fand eine Gruppe weißhäutige“ und „schwarzhäutige“ Schaufensterpuppen, die sogleich zu einer neuen Filmidee verhalfen. Oder eine verwitterte Mauer lieferte die Idee, die alten Risse und Linien zu Gesichtern von Menschen und Tieren werden zu lassen. Ein alter Schuppen inspirierte zu einer unheimlichen Geschichte eines Mädchens, das sich sehr rätselhaft verhält. Auch verwandeln sich in einem anderen Film Äpfel im Verlauf des Essens in Kiwis und wieder zurück, um nur einige Beispiele zu nennen. Gegen Ende fotografierten wir auch noch einige Serien im Stile Duane Michals, die stets eine überraschende Wendung nehmen.

Es machte Spaß, die Stories mit Hilfe von Smart- oder I-Phones umzusetzen. Zuhause wird Maurice, der Trickfilmabsolvent der Uni Kassel, der uns ins Filmen eingeführt und im ersten Teil des Projekts mitgeholfen hatte, die verschiedenen Filme montieren und mit Sounds, bzw. Musik zusammenschneiden.

Beim Ausflug nach Wroclaw (Breslau) ins Nationalmuseum für Kunst mit anschließender Freizeit konnten wir in eigener Regie die Stadt erkunden. Die Stadt hat einen sehr schönen Marktplatz ums Rathaus herum und dort gab es viele verschiedene Stände, die von Bernsteinschmuck über Käsespezialitäten, Mode und Souveniers für jede Geldbörse etwas boten.

Die Schule in Pleszew, die unsere Gastgeber besuchen, war ebenfalls Ziel eines Ausflugs. Die Kleinstadt Pleszew war schnell erkundet und so probierten einige von uns in einem Restaurant die polnische Spezialität „Piroggi“, die ähnlich wie Ravioli schmeckt. Das Schöne: Essen in Polen ist selbst für Schüler sehr erschwinglich, da der Wechselkurs Euro / Zloty für uns günstig ist. Das Wochenende war sehr lustig: Alle SchülerInnen waren in die polnischen Gastfamilien eingeladen und wurden bestens versorgt. Abends trafen sich alle zu einer Geburtstagsparty, die bis tief in die Nacht dauerte und die Kontakte untereinander sehr vertiefte.

Es war ein tränenreicher Abschied am Montag morgen, denn wir hatten uns untereinander super verstanden; sogar einige der Gastmütter verdrückten ein paar Tränen... „Ich habe echt gestaunt über die große Herzlichkeit und die riesige Gastfreundschaft der Polen, außerdem bin ich immer noch pappsatt“, bilanzierte eine Schülerin auf der Heimfahrt. Was kann es für ein besseres Schlusswort geben?

Text und Fotos: C.Seiler