Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Studienfahrt der E-Phase nach Berlin

Storyfoto

Vom 7. bis 9 März war der gesamte Jahrgang E2 unterwegs in Berlin. Nach frühem Start mit zwei Reisebussen fuhren wir zunächst nach Dessau, wo wir einen längeren Halt hatten, um das „Bauhaus“, einen Hot-Spot der Modernen Kunst zu besichtigen. Hier hatte sich von 1926 – 32 die Avantgarde der europäischen Kunst eingerichtet, um ein Gesamtkonzept zur Verbindung von Architektur, Design, Bildender Kunst, Musik und Handwerk zu entwickeln, zu erproben und zu lehren. In zwei Führungen lernten wir das Hochschulgebäude selbst mit seiner neuartigen funktionalen Ausgestaltung und die sog. „Meisterhäuser“, also die Wohnhäuser der Professoren Klee, Kandinsky und Gropius, als Beispiele für das Bau- und Wohnkonzept der Hochschule kennen.

Nach der Weiterfahrt erreichten wir das Pfefferbett-Hostel, unser Quartier in Berlin, am späteren Nachmittag, richteten uns häuslich ein und stärkten uns für das Abendprogramm. Das Gros der Gruppe besuchte die „Brotfabrik“, ein alternatives Kulturzentrum und erlebte dort ein Theaterstück über unterschiedliche Lebenswege in der DDR, eine kleinere Gruppe konnte „Didi“ Hallervorden live in einer ernsten (!) Rolle am Schlossparktheater bewundern, nämlich in Gerhard Hauptmanns „Vor Sonnenuntergang“.

Nach der ersten Nacht im Hostel stärkten wir uns für die Tagesunternehmungen am leckeren Buffet, teilten uns in die Gruppen auf und besichtigten am Vormittag das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen. Teils von ehemaligen Häftlingen der Anlage geführt, erhielten wir einen beeindruckenden und bedrückenden Einblick in die Recht- und Wehrlosigkeit der dort Inhaftierten zu DDR-Zeiten.

Am Nachmittag ging es in die Gemäldegalerie Berlin, wo bedeutende Werke der Kunst vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hängen. An einzelnen Gemälden brachte uns der Guide neben hilfreichen Bilddeutungen auch das Problem der Urheberschaft nahe: Kann man heute noch sicher feststellen, ob ein Bild vom Meister eigenhändig gemalt oder doch nur in seiner Werkstatt hergestellt wurde? Oder gar von einem bloßen Nachahmer stammt? Denn dies alles hat Auswirkungen auf die Bedeutung und Bewertung des Werkes durch die Kunstgeschichte.

Am Abend gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Wahlangebote: Vom Musical „Hinter dem Horizont“ über eine Stadtrundfahrt mit der Linie 100, einen Kinobesuch bis hin zu einem Stadterkundungsspiel mit Spurensuche zur Entlarvung eines Spions. So konnte (fast) jeder seinen Interessen nachgehen und dabei etwas mehr von Berlin erleben.

Unser letzter Tag stand unter dem Vorzeichen der Bundespolitik. Geteilt in zwei Gruppen wurde zum einen der Bundesrat, zum anderen der Bundestag besucht. Während im Bundesrat das Einbringen und Diskutieren einer Gesetzesvorlage durch die Länder im Planspiel erprobt wurde, ließ sich die zweite Gruppe im Plenarsaal des Bundestages über Arbeit und Sitzordnung des Parlaments sowie die Geschichte des Hauses informieren. Enttäuschend war bei letzteren allerdings, dass weder die Kuppel (wg. Reinigungsarbeiten) noch die Dachterrasse (wg. Glatteis) aufgesucht werden durften. So blieb aber etwas mehr Zeit fürs Shopping und andere private Aktivitäten, ehe wir uns zur Abfahrt der Busse wieder trafen.

Nach knapp fünf Stunden Fahrt gelangten wir wieder wohlbehalten, wenn auch etwas müde, in Hessisch Lichtenau an. In der kurzen Zeit haben wir viel erlebt und kennengelernt, aber klar ist auch: Berlin bietet mehr – da muss man wohl noch mal selbst hinfahren.

Text und Bilder: A. Möller

Und hier ist nochmal ein Bericht aus der Sicht der Schüler:

Die E- Phase geht vom 7.-9.3.2016 auf Berlinfahrt mit den Lehrern: Herr Möller, Herr Schaefer, Herr Stehl, Frau Herrmann, Herr Lübeck und Herr Ipsen (ein Bericht von Katharina Hill und Saskia Ziegler; Bearbeitung Frau Seiler)

„Erstaunlicherweise sind wir pünktlich los gekommen und auch pünktlich in Dessau gelandet.“ „Dort bekamen wir viele Infos über die Bauweise, die Farbgebung und die Ziele des Bauhauses.“ „Naja, wen das interessiert hat, für den war sicher auch der Besuch der Meisterhäuser ganz interessant, aber ich hab`s nicht so mit der Architektur...“ „Wir waren ja auch sehr gespannt auf Berlin, und als uns dann noch die Streife vom Bundesamt für Güterverkehr `ne Stunde aufgehalten hat, waren wir doch etwas genervt.“

„Abends sind wir dann in die Brotfabrik zu einem Ein-Mann-Theaterstück mit der Straßenbahn gefahren, dabei ging es um eine Geschichte aus dem Berlin der DDR-Zeit.“ „Der Typ war wirklich wild: Wie der geschrien und gespuckt hat! Aber echt eindrücklich!“ „ Gut fand ich, dass wir hinterher noch Gelegenheit hatten, mit dem Schauspieler zu reden.“

„Ja, und am nächsten Tag ging es gleich weiter mit dem Thema DDR: Wir sind dann in die Gedenkstätte Hohenschönhausen gefahren: Ewig weit draußen, bis man erst mal da war...“ „Ja, der ideale Ort für ein Stasi-Gefängnis: da wussten selbst die Bewohner Berlins nicht, dass es da war.“ „Wir haben echt gestaunt, als uns der ehemalige Insasse des Gefängnisses durch die Gänge und Keller, Zellen und Verhörräume geführt hat.“ „Interessant war das, aber auch sehr beklemmend. Dass so was noch vor wenigen Jahren in Deutschland passieren konnte?!“ „Irgendwie war ich froh, dass wir danach in die Gemäldegalerie gefahren sind: Da waren schöne alte Bilder, gut erhalten und der Guide hatte auch viel zu berichten.“

„Abends hatten wir dann viele verschiedene Angebote, was echt super war: da war eigentlich für jeden was dabei:
-Das Musical von Udo Lindenberg „Hinterm Horizont“, wo es um eine Lovestory aus dem geteilten Deutschland ging,
-Eine nächtliche Stadtrundfahrt, vorbei an allen Sehenswürdigkeiten Berlins, inklusive Brandenburger Tor, Reichstagsgebäude schön angestrahlt, das Stelenfeld für die ermordeten Juden Europas, die Siegessäule und die „Schwangere Auster“, mit kühnem Dachschwung.
-Eine Schnitzeljagd durch Berlin mit vielen Rätseln und
- Ein Kinobesuch mit zwei Filmen zur Auswahl“„Und vorher hatten wir auch etwas Freizeit, konnten uns was zu essen holen oder rumbummeln.“

Am nächsten Morgen mussten wir schon wieder unsere Sachen zusammenpacken und unsere Zimmer säubern.“ „Mensch, wie die Zeit gerast ist, wir hätten noch soviel angucken wollen...“ Wie hat dir eigentlich die Unterkunft im Pfefferbett-Hostel gefallen?“ „Also, ich fand die gut: Wir hatten zu Viert ein Zimmer mit eigener Dusche und WC. Klar, abends hatte ich eigentlich keine große Lust schon früh Schluss zu machen.“ „Ja, ich hätte auch gern noch weiter gequatscht und war auch gar nicht müde“ „Die Lehrer waren da aber gar nicht so glücklich drüber und forderten uns freundlich, aber mit Nachdruck auf, jetzt Feierabend zu machen, morgen sei auch noch ein Tag...“ „Ach, diese Lehrer!“

„Also, wir sind dann nach dem Packen auch noch zum Bundesrat und die andere Hälfte der Gruppe zum Bundestag gefahren“ „Es gab im Bundestag einen Vortrag über den Ablauf von Wahlen und was alles im Bundestag passiert und welche Aufgaben er hat.“ „Blöd fand ich, dass wir danach nicht auf die Dachterrasse konnten: Vereisung!“ „Und in die Kuppel konnten wir auch nicht: Reinigung!“ Die im Bundesrat waren, wurden dort herumgeführt und danach in ein Rollenspiel einbezogen. Das Thema war: Soll es eine Gesetzesveranlassung geben, dass der Führerschein ab 16 eingeführt werden soll?“ „Ich glaub, die fanden es ganz interessant.“

„Klingt unheimlich voll, das Programm, und war es ja auch.“ „Ein Glück, dass wir zwischen den verschiedenen Veranstaltungen immer wieder Freizeit hatten, die wir nach eigenen Interessen nutzen durften. Das war ein schöner Ausgleich.“ „Eigentlich war für jeden was Schönes dabei, auch wenn wir eigentlich gern noch viel mehr Freizeit gehabt hätten.“ „Insgesamt fand ich es super.“