Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Mit Tablets über Flucht aufklären

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Zwei Kurse der Freiherr-vom-Stein-Schule nehmen am Wettbewerb „Ideen bewegen“ teil

Bereits zum zweiten Mal ist es Dr. Guido Ipsen, Lehrer für Englisch, Geschichte und Ethik gelungen, im Wettbewerb „Ideen bewegen“ der Initiative „Digitale Bildung neu denken“ ein von der Firma Samsung gesponsertes Projektpaket zu gewinnen. Damit ist die FvSS eine von nur 50 Schulen bundesweit, die dazugehören.

Für sechs Wochen arbeiteten zwei Kurse in Geschichte und Englisch an einem bemerkenswerten Projekt. 50 Schüler schrieben an der „REFUpedia“, einer digitalen Schülerenzyklopädie über Flucht, Vertreibung, Migration und Deportation.

Von der Aufnahme der Hugenotten im 18. Jahrhundert über Deportationen im 2. Weltkrieg, die Flucht danach, Arbeitsmigration bis zur Asylproblematik reicht das Spektrum.

Das Projekt soll informieren und aufklären: „Viel zu oft wird vernachlässigt, dass Flucht und gewaltsame Vertreibung Phänomene sind, die uns schon sehr lange historisch begleiten“, erläutert Dr. Ipsen. Dabei seien Deutsche Täter, Opfer und letztlich auch Retter gewesen.

Enzyklopädie REFUpedia: Das pädagogische Ziel, Verständnis für Zeitgeschichte bei den Schülern zu erzeugen, verbindet Dr. Ipsen mit mediendidaktischen Inhalten. So haben die knapp 50 beteiligten Schüler im Projektzeitraum über 80 Internetseiten erstellt, die die Thematik geschichtlich und ethisch beleuchten. Die REFUpedia erklärt konkrete historische Ereignisse genauso wie die ethische Basis von Menschen- und Asylrecht im Laufe der Zeit.

Zunächst erarbeiteten die Schüler sich Kenntnisse zum sicheren Recherchieren. Danach bildeten sich Gruppen, die sich Spezialgebieten widmeten, wobei sie sehr kreativ wurden. Einige unternahmen sogar Interviews mit Betroffenen, sowohl Zeitzeugen früherer Ereignisse als auch aktuellen Flüchtlingen.

„Das digitale Medium erlaubt es uns, zuletzt alle diese Ergebnisse zu verknüpfen. Das wird dann aussehen wie eine Wikipedia“, erklärt der Lehrer. Dass solch ein Projekt den Nerv der Schüler trifft, ist dabei klar. Sofort waren einige bereit, die technische Programmierung der REFUpedia zu übernehmen. „Die Schüler sind digital natives“, sagt der Lehrer. Sie leben ständig mit digitalen Medien, so dass ihr Expertenwissen nutzbar gemacht werden kann.

Tablets als Arbeitsmittel: Die Tablets waren für die Schü- ler ein willkommenes Werkzeug. Jede Stunde vernetzten sie sich und arbeiteten gemeinsam im Unterricht. „Der Lehrer wird im Tabletgestützten Unterricht zum echten Ratgeber und kann die Schüler selbst ins Zentrum rücken, mit ihren Interessen und eigenen Produkten“, ist Dr. Ipsen überzeugt. Über eine geeignete Software, die „Samsung School Solution“, konnten die Schüler Daten austauschen und zu Hause mit den Tablets weiterarbeiten.

Nach dem Projektende müssen die Ergebnisse nun noch evaluiert werden. Mit etwas Glück kann die Schule das Gesamtpaket dann sogar gewinnen. „Doch ein Gewinn ist das Projekt auf jeden Fall jetzt schon“, meinen Schüler und Lehrer. Recherche und Textarbeit sind wichtige Kompetenzen für die Oberstufe.

Die REFUpedia erscheint in einiger Zeit auf der Webseite der FvSS. Nachschauen lohnt sich also!