Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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FvSS besucht Offene Schule Waldau

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Am 27.03.2019 besuchten der Schulleiter, die Steuergruppe und Teile der SV der Freiherr-vom-Stein-Schule die Offene Schule Waldau in Kassel, welche den Titel „Versuchsschule“ trägt, aufgrund des neuartigen Konzeptes. Der Besuch hatte die tiefere Bedeutung, sich mit diesem Konzept und der Organisation der Schule vertraut zu machen.

Der erste Punkt auf der Tagesordnung war das Essen in der Mensa. Begeistert hat die große Auswahl und Vielfalt an Essen, welches ausschließlich aus biologischem Anbau stammt. Neben den drei Hauptgerichten, die zur Auswahl standen (z.B. frisches Gemüse aus dem Wok mit drei Sorten Reis und zwei Sorten Nudeln), gab es noch ein Salatbuffet, ein Dessertbuffet mit vier verschiedenen Sorten und frisches Obst. Das Essen hat alles hervorragend geschmeckt und alle waren davon überzeugt.

Danach ging es in die Klassen. Dort wurde vor allem bei dem Fach „Freies Lernen“ (FL) zugeschaut, denn das war für alle FvSSler Neuland. Am Anfang der Stunde wurde besprochen, was alles ansteht, also woran die Kinder arbeiten können und dann folgte ein Referat eines Schülers oder einer Schülerin. Danach notiert jedes Kind sein Ziel für die heutige Stunde und dann ging die Arbeitsphase los. Jedes Kind hat sich schnurstracks seine Arbeitsmaterialien geholt und losgelegt. Unerwartet war nicht nur die Arbeitseinstellung der gesamten Klasse, sondern auch die kontinuierliche Ruhe, die währenddessen herrschte, trotz den Gruppentischen, an denen die Kinder saßen. In den Arbeitsphasen wurde natürlich auch mal mit den Kindern gesprochen und gefragt, wie sie es finden so zu arbeiten, weil man sich das als „normaler Schüler“ eben kaum vorstellen kann. Aus diesen Gesprächen ging hervor, dass es die meisten Kinder gut finden und gerne so arbeiten. In dieser Arbeitsphase gar nichts zu machen geht natürlich nicht, denn auch die Projekte, die dort erarbeitet werden, müssen an einem bestimmten Termin abgegeben werden, da sie wie eine Arbeit benotet werden. Außerdem geht die unterrichtende Lehrkraft selbstverständlich rum und gibt gegebenenfalls Hilfestellung oder Anregungen, wenn möglich. Diese Form von Unterricht macht die individuelle Förderung, die gerade zur Findung und Ausprägung persönlicher Stärken unglaublich wichtig ist, natürlich viel besser möglich. Das selbstständige Lernen der Schüler schien nicht unkontrolliert oder uneffektiv, sondern zeitgemäß.

Grundsätzlich ist die ruhige, friedliche Struktur des Ganzen aufgefallen. Auch die aushängenden, klar formulierten Regeln werden größtenteils respektiert und umgesetzt. Vor allem werden diese von den Lehrkräften vorgelebt. Ein Beispiel für diese Regeln ist die „5-Minuten-Regel“. Diese besagt, dass die Schüler mindestens fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn im Klassenraum sein sollen, um sich auf den Unterricht vorzubereiten. Ein anderer sehr wichtiger Aspekt ist dieses Gemeinschaftsgefühl, was in der Schülerschaft deutlich zu spüren war. Die Schulsprecherin der OSW erzählte, das liege vor allem daran, dass an ihrer Schule alle Schulzweige zusammen unterrichtet werden. Dies vermeidet, dass eine Art Hierarchie entsteht.

Zudem ist die OSW als eine sehr offene Schule aufgefallen, denn man konnte sich mit allen Schülern gut unterhalten und ihnen Fragen stellen. Dieses Selbstbewusstsein ist auch eine der Sozialkompetenzen, die an der Schule sehr gefördert werden, durch Referate und andere Projekte und das schon gleich von Anfang an. An der OSW gilt „Beziehung vor Erziehung vor Unterricht“, was allen sehr zeitgemäß vorkam und die OSW geht mit gutem Beispiel voran, dass solch ein Konzept „gedeihen“ und funktionieren kann, wenn man sich gut drum kümmert, sodass das Gefühl entsteht, dass Schule zum wichtigen Lebensraum wird, wo man gerne ist und was fürs Leben lernt.

Text & Fotos: Joelina Fröhlich