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2.1 Das
Leben des Tacitus
Vom Leben des Publius
Cornelius Tacitus sind nur Bruchstücke bekannt. Er wurde im Jahre 56 n. Chr.
geboren und wuchs entweder in Gallia Narbonensis (möglicherweise in Forum Iulii) oder
Gallia Cisalpina auf. Seine Familie gehörte nicht zur Gens Cornelia, sondern hat durch
das Patronat eines Corneliers das Bürgerrecht erhalten.
Er erhielt eine sehr gute rhetorische Ausbildung in Rom, unter anderem bei den Rednern
Aper und Secundus, aber möglicherweise auch bei Quintilian.
In seinem späteren Leben galt er als einer der begabtesten Redner, was auch seine
politische Karriere gefördert haben muß. Im Jahr 77 wird er mit der Tochter des Agricola verlobt, die er ein Jahr später
heiratet. Agricola ist in den Jahren darauf Statthalter von Britannien.
Tacitus begann seine politische Karriere 79 n.Chr. als Quästor unter Vespasian. 88 war er Prätor und Mitglied des
Priesterkollegiums der quindecimviri sacris faciundis. Nach seiner Prätur verließ
Tacitus Rom für vier Jahre. Möglicherweise verwaltete er die Provinz Belgien und
sammelte hier seine Kenntnisse über die Germanen. Agricola starb 93 n. Chr. in Rom. Im
Jahr 97 wurde Tacitus Konsul (suffectus für den verstorbenen Konsul Verginius
Rufus) unter Kaiser Nerva.
Die meisten seiner Bücher entstanden während der Regierung des Kaisers Trajan (98-117): 98 verfaßte er die
Lebensbeschreibung seines Schwiegervaters Agricola, 98/99 die Germania, ca. 102 den Dialogus de oratoribus und im Laufe des 1. Jahrzehnts des
2. Jahrhunderts die Historien.
Im Jahr 100 trat er zusammen mit Plinius dem
Jüngeren als Redner in einem aufsehenerregenden Prozeß gegen Marius Priscus,
einen ehemaligen Statthalter, auf. Seine politische Karriere wurde durch sein Prokonsulat
über die Provinz Asia, in den Jahren 112 und 113, beendet. Danach widmete er sich der
Arbeit an den Annalen. Sein
Todesjahr kann nicht genau ermittelt werden, aber höchstwahrscheinlich starb er zwischen
117 und 120 n. Chr.
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