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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Das Leben des Tacitus
Zeitlicher Überblick
Tacitus Quellen
Tacitus Werke
Sprache und Stil
Wirkung der Werke
Nachwort
Anhang

2.3  Tacitus Quellen

 

Früher meinte man, Tacitus hätte für ein bestimmtes Thema immer nur eine Quelle benutzt und deren Inhalt nicht angezweifelt. Heute weiß man aber, daß Tacitus verschiedene Quellen sorgfältig prüfte, sie miteinander verglich und gegebenenfalls durch Dokumente wie z.B. die acta senatus (Senatsprotokolle) ergänzte. Er zitierte sie jedoch nie unkritisch, sondern wies auf widersprüchliche Angaben anderer Quellen hin und lehnte gelegentlich einzelne Behauptungen ausdrücklich ab. Zitat 1: "Man darf Tacitus zugestehen, daß er sein Quellenmaterial gewissenhaft durchgesehen hat. Er ist sachlich gut informiert, bleibt aber unabhängig in seinem historischen Urteil und frei in der künstlerischen Gestaltung seines Stoffes."

 

Heute liegen die wichtigsten Tacitus – Werke in italienischen Bibliotheken. Das verdanken wir besonders dem Interesse, das das Kloster Fulda im 9. Jahrhundert dem antiken Historiker entgegenbrachte. Von hier stammen auch die ersten drei Bücher der Annalen, die im 16. Jahrhundert unter dem Namen Codex Mediceus I (9. Jh.) bekannt wurden. Schon seit dem 14. Jahrhundert ist der Codex Mediceus II (11. Jh. nach einer deutschen Vorlage aus dem 9. Jh.) bekannt. Er enthält die Annalen 11-16 und die Historien 1-5. Deutlich schwieriger wird die Herkunftsbestimmung bei den überlieferten kleinen Schriften. Am bekanntesten und wichtigsten ist hier sicherlich der Codex Hersfeldensis, der im 9. Jahrhundert im Kloster Hersfeld (Tochterkloster von Fulda) entstand. Zwischen 1455 und 57 fand ihn der Mönch Albert Enochus im Kloster Hersfeld und brachte ihn nach Italien. Der Codex enthält die Germania, den Agricola, den Dialogus de oratoribus und das Fragment "De viris illustribus" von Sueton. Nach dem Tod des Enochus Ende 1457 oder im Januar 1458 wurde der Codex öffentlich zugänglich und vielfach kopiert.

TACITUS - sine ira et studio
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