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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Das Leben des Tacitus
Zeitlicher Überblick
Tacitus Quellen
Tacitus Werke
Sprache und Stil
Wirkung der Werke
Nachwort
Anhang

4.1  Sprache und Stil

 

Mit Tacitus erreichte die römische Literatur einen Höhepunkt. Kaum ein anderer römischer Autor konnte die lateinische Sprache so perfekt einsetzen wie Tacitus. Seine Wortwahl ist sehr anspruchsvoll. Er verwendet keine griechischen Ausdrücke, umgangssprachliche Ausdrücke oder Begriffe des technischen Lateins, sondern ersetzt sie durch Umschreibungen und "individuelle Prägungen". Tacitus verwendet häufig Archaismen oder Ausdrücke der römischen Poesie, was sogar dazu führt, daß, wenn er die direkte Rede verwendet, (Zitat 7:) "... eine gewisse Rhythmisierung zu erkennen ..." ist. (Zitat 8:) "Charakteristisch für Tacitus ist die Intensität, mit der er alle Bereiche der Sprache (bis zur Wortstellung) nützt, um den Inhalt seiner Aussage zu unterstützen. Damit beginnt er schon bei der Wortwahl. So sind z. B. positive Abstrakta, Schlagworte der kaiserlichen Propaganda (pietas, clementia, providentia) selten oder sie werden ironisiert, negative dagegen (saevitia, flagitium) beherrschen das Feld."
Stilistisch werden die Werke des Tacitus stark von der skeptischen oder pessimistischen Einstellung gegenüber dem römischen Prinzipat beeinflußt. Besonders gern verwendet Tacitus die Technik, negative Urteile nahezulegen, ohne sie selbst direkt auszusprechen. Dabei verwendet er vor allem Gerüchte (rumores)und die ‚Stimme des Volkes‘. Um diese skeptische Grundhaltung zu verdeutlichen, kann man gut ein Beispiel der Annalen verwenden, nämlich Band 1, Kapitel 6., Zitat: "Primum facinus novi principatus fuit Postumi Agrippae caedes, ..." deutsche Übersetzung, Zitat 9: "Die erste Tat der neuen Herrschaft war die Ermordung des Agrippa Postumus; ..." Diese Textstelle hat rein sprachlich nichts Auffälliges an sich, ist aber typisch für Tacitus, denn immerhin ist es die erste Aussage über die Regierungszeit des Tiberius. Zitat 8: "Man stelle sich vor, ein modernes zeitgeschichtliches Werk hätte als unmittelbaren Einsatz "In ihrer ersten Fehlentscheidung beschloß die neu angelobte Regierung ..."" Ähnliche Textstellen finden wir in Annalen 6, Kapitel 56 und Annalen 13, Kapitel 1.
Seine Sätze sind sehr kurz und bestehen nur aus Wörtern, die unbedingt gebraucht werden, wobei sie oft durch Partizipialkonstruktionen und den Ablativus Absolutus zusammengesetzt werden. Zitat 7: "... hier liegen auch die Probleme beim Verständnis, der Sinn einer ganzen Reihe von Stellen ist heute noch umstritten."

TACITUS - sine ira et studio
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