|
7.5
Biographien von wichtigen Personen
Agricola, Gnaeus
Iulius (40-93 n. Chr.),
römischer Staatsmann und Feldherr. Er wurde in Forum Julii (heute Fréjus, Frankreich)
geboren, in Massilia (Marseille) erzogen und war später Militärtribun in Britannien,
danach Statthalter von Aquitanien. Er hatte verschiedene politische Ämter inne,
einschließlich des Konsulats (77). Im Jahr darauf ernannte man ihn zum Statthalter von
Britannien, wo es ihm in seiner siebenjährigen Amtszeit gelang, die römische Herrschaft
nach Norden auszudehnen, nachdem er die Ordoviken in Wales und die Kaledonier in
Schottland besiegt hatte. Danach umschiffte er mit seiner Flotte Großbritannien und
bewies dadurch, daß es eine Insel war. Bevor er die Insel ganz erobern konnte, wurde er
jedoch von Domitian nach Rom zurückberufen. Bis zu seinem Tode lebte er zurückgezogen.
Gerüchte, daß Domitian ihn vergiften ließ, sind wahrscheinlich unbegründet.
Agricola war der Schwiegervater des römischen
Geschichtsschreibers Tacitus, der ihm fünf Jahre nach seinem Tod in dem biographischen
Werk De vita Iulii Agricolae (Das Leben des Iulius Agricola) ein literarisches
Denkmal setzte. Im Mittelpunkt stehen seine Leistungen als Statthalter in Britannien,
seine Person wird stark idealisiert dargestellt.
Quelle: Microsoft
Corporation (Hg.): Encarta® 97 Enzyklopädie. Microsoft Corporation, Redmond (Washington)
1993-1996
|