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7.5  Biographien von wichtigen Personen

 

Augustus, Gaius Octavius (63 v. Chr.-14 n. Chr.), erster römischer Kaiser (27 v. Chr.-14 n. Chr.), der nach langem Bürgerkrieg den Frieden im Römischen Reich wiederherstellte (Pax Augusta). Trotz seines blutigen Vorgehens gegen seine Gegner ging die Zeit seiner Herrschaft (Augusteisches Zeitalter) als eine Epoche des Friedens, des Wohlstandes und der kulturellen Blüte in die Geschichte ein.

Augustus wurde als Gaius Octavius am 23. September 63 v. Chr. in Rom geboren und war ein Großneffe Julius Caesars, dem er als Herrscher des römischen Staates nachfolgte. Caesar förderte den jungen Mann schon früh und erhob ihn im Alter von 16 Jahren in das Priesterkollegium der Pontifices, das im römischen Staatskult eine zentrale Rolle spielte. Als dieser 44 v. Chr. bei der Armee in Illyrien diente, fiel Caesar einem Attentat zum Opfer. Bei seiner Rückkehr nach Rom erfuhr der junge Mann, daß Caesar ihn in seinem Testament adoptiert und als Erben eingesetzt hatte, und nahm daraufhin den Namen Gaius Julius Caesar Octavianus an.

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Kaiser Augustus
Die zwei Meter hohe Marmorstatue zeigt Kaiser Augustus als Feldherrn. Die Darstellungen auf dem Panzer symbolisieren die Taten und Leistungen des Augustus.

Culver Pictures, Inc.

Das Zweite Triumvirat

Entschlossen, seinen Adoptivvater zu rächen und in dem von Bürgerkrieg zerrissenen Rom den Frieden wiederherzustellen, rivalisierte Octavian besonders mit Marcus Antonius, Caesars ehrgeizigem Weggefährten, um Macht und Ehre. Später versöhnte er sich mit seinem Rivalen und bildete 43 v. Chr. zusammen mit ihm und seinem Verbündeten, dem General Marcus Aemilius Lepidus, das Zweite Triumvirat. Das Bündnis betrieb zunächst die Proskription der Caesarmörder und deren Sympathisanten, deren Vermögen konfisziert wurde. Unter den Getöteten waren 300 Senatoren und 200 Ritter, darunter auch der hochangesehene ehemalige Konsul und glühende Republikaner Cicero.

Danach verfolgten die Triumvirn die Drahtzieher des Attentats, Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus, die beide nach ihrer Niederlage bei Philippi in Makedonien (Griechenland) 42 v. Chr. Selbstmord begingen. Bei der Aufteilung des Römischen Reiches im Jahr 40 v. Chr. erhielt Octavian den Großteil der westlichen Provinzen, Mark Anton die östlichen und Lepidus Afrika. Obwohl Marcus Antonius und Octavian wegen der Herrschaft in Italien aneinandergerieten, legten sie ihren Streit bei, und Octavian gab Marcus Antonius 37 v. Chr. seine Schwester Octavia zur Ehefrau. 36 v. Chr. wurde Sextus Pompeius, Sohn Pompeius’ des Großen und letzter großer Gegner des Triumvirats, ausgeschaltet. Danach zwang Octavian Lepidus zur Machtaufgabe, während Marcus Antonius im Osten gegen die Parther kämpfte.

Das Triumvirat zerfiel endgültig, als Marcus Antonius Octavia nach Rom schickte und bald darauf Kleopatra heiratete, die Caesar als Königin von Ägypten eingesetzt hatte. Er erkannte Caesarion, Kleopatras Sohn mit Caesar, als ihren Mitregenten an und bedrohte somit Octavians Stellung als alleiniger Nachfolger Caesars. Damit wurde ein Krieg unausweichlich. Octavian besiegte Marcus Antonius in der Seeschlacht bei Aktium im Jahr 31 v. Chr. Im darauffolgenden Jahr beging dieser mit Kleopatra Selbstmord, Caesarion wurde umgebracht. 29 v. Chr. kehrte Octavian als Alleinherrscher des Römischen Reiches im Triumphzug nach Rom zurück.

 

Prinzipat

27 v. Chr. verlieh der römische Senat Octavian den Titel Augustus (lateinisch: der Erhabene), der später gleichbedeutend mit Kaiser wurde, und zahlreiche weitere Ämter, die ihn zum mächtigsten Mann des Staates machten, obgleich er formal nur Konsul war und Oberbefehlshaber der Streitkräfte auf Lebenszeit. Nach dem Tod des Lepidus wurde er auch Pontifex maximus (oberster Priester), ein Amt, das ihm durch Entscheidungsgewalt über alle religiösen Fragen ein zusätzliches Machtinstrument in die Hand gab. Trotz seiner herausragenden Stellung hütete sich Augustus davor, offen die Monarchie anzustreben. Die von ihm begründete Herrschaftsform wurde inoffiziell als Prinzipat (von lateinisch princeps: der Erste) bezeichnet und war dadurch gekennzeichnet, daß die republikanischen Einrichtungen weiter bestehen blieben.

Als Anhänger der Künste und Wissenschaften war Augustus mit den Dichtern Ovid, Horaz, Vergil und dem Geschichtsschreiber Livius befreundet, deren Talente er durch Maecenas fördern ließ, und errichtete in Rom, Italien und in den römischen Provinzen aufwendige Tempel und öffentliche Gebäude. Als Anhänger römischer Tugenden in einer Zeit zunehmender moralischer Freizügigkeit erließ er strenge Luxus- und Ehegesetze. Im wirtschaftlichen Bereich förderte er besonders die Entwicklung der Landwirtschaft in Italien.

Augustus war insgesamt dreimal verheiratet. Seine dritte Frau, Livia Drusilla, brachte zwei Söhne mit in die Ehe, Tiberius und Drusus Germanicus. Seine Tochter Julia, die in dritter Ehe mit Tiberius verheiratet wurde, stammte aus seiner Ehe mit Scribonia. Da Drusus und Julia starben, trat sein Stief- und Schwiegersohn Tiberius die Nachfolge an, als Augustus am 19. August 14 n. Chr. starb.

Historische Bewertung

Augustus ist in der Antike und der Neuzeit unterschiedlich beurteilt worden. Einige Historiker kritisierten sein skrupelloses Machtstreben, insbesondere die Rolle, die er bei der Proskription der Caesargegner spielte. Andere wiederum, darunter auch Tacitus, ein treuer Verfechter der Republik, äußern sich anerkennend über seine Qualitäten als Herrscher und seine Leistungen zur Stabilisierung des römischen Staates.

Quelle: Microsoft Corporation (Hg.): Encarta® 97 Enzyklopädie. Microsoft Corporation, Redmond (Washington) 1993-1996

TACITUS - sine ira et studio
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