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7.5  Biographien von wichtigen Personen

 

Cicero, Marcus Tullius (106-43 v. Chr.), römischer Staatsmann, Redner und Philosoph. Er wurde in Arpinum (heute Arpino in Italien) geboren und studierte Recht, Rhetorik, Literatur und Philosophie in Rom. Nach kurzem Militärdienst ging er nach Griechenland und Kleinasien, um seine Studien fortzusetzen. Er kehrte 77 v. Chr. nach Rom zurück und begann seine politische Laufbahn. 74 v. Chr. wurde er in den Senat gewählt. Sein Durchbruch als Anwalt und Politiker in Rom gelang ihm 70 v. Chr. im Prozeß gegen Verres.

Obwohl Ciceros Familie nicht zur römischen Aristokratie gehörte, wurde er 64 v. Chr. gegen seinen Mitfavoriten Catilina zum Konsul gewählt. Als dieser während der Amtszeit Ciceros einen Staatsstreich zum Sturz der Regierung organisierte, deckte Cicero die Verschwörung auf und ließ einige Angehörige der Gruppe um Catilina hinrichten. Gaius Julius Caesar und andere römische Senatoren sahen in Ciceros Vorgehen allerdings ein überhastetes Handeln, das den Verschwörern keinen angemessenen Rechtsprozeß gewährt hatte. Cicero wurde daraufhin 58 v. Chr. zum Exil gezwungen. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Makedonien wurde er vom römischen General Pompeius nach Rom zurückgerufen.

In den folgenden Jahren enstanden Ciceros literarische Hauptwerke De oratore (Der Redner), De re publica (Der Staat) und De legibus (Die Gesetze); er unterbrach seine schriftstellerische Tätigkeit im Jahr 51 v. Chr., als er als Prokonsul in die römische Provinz Kilikien geschickt wurde. Im Jahr 50 v. Chr. kehrte er nach Rom zurück und schloß sich im Bürgerkrieg Pompeius an. Nach Pompeius’ Niederlage 48 v. Chr. ging Cicero auf das Bündnisangebot mit Caesar ein und wurde begnadigt. Nach Caesars Ermordung im Jahr 44 v. Chr. übernahm er im Senat die führende Rolle. In der Hoffnung auf den Wiederaufbau der Republik unterstützte Cicero Caesars Adoptivsohn Octavian, den späteren Kaiser Augustus, in seinem Machtkampf mit dem römischen Konsul Marcus Antonius. Zwischen Octavian und Antonius kam es zur Versöhnung und Cicero wurde am 7. Dezember 43 v. Chr. ermordet.

Ciceros literarisches Werk steht im Zentrum der lateinischen Prosa überhaupt. Seine Schriften, die zum Großteil an ihre griechischen Quellen angelehnt sind, haben wesentlich zur Erhaltung der griechischen Philosophie und Rhetorik beigetragen. Als seine wichtigsten griechischen Lehrer nennt Cicero selbst den Stoiker Diodotos, den Akademiker Philon von Larissa, Antiochos von Askalon, Poseidonios und den Epikureer Zenon von Sidon. Während die Hauptwerke der ersten produktiven Phase vorwiegend politischer und rhetorischer Natur sind, zog sich Cicero nach seinem politischen Scheitern und nach dem Tod seiner Tochter Tullia im Jahr 45 v. Chr. aus dem politischen Leben zurück und konzentrierte sich überwiegend auf seine philosophischen Arbeiten. Seine Werke übten großen Einfluß auf spätere Autoren aus, insbesondere auf Boethius und Augustinus sowie Petrarca und andere Renaissanceschriftsteller. Zu seinen wichtigsten Werken zählen neben den genannten Consolatio ad se ipsum (Trostschrift für sich selbst), De officiis (Die Pflicht), De natura deorum (Die Natur der Götter), De senectute (Das Alter), De finibus (Die Grenzen) und De amicitia (Die Freundschaft). Ciceros in Dialogform verfaßten rhetorischen Arbeiten, insbesondere De Oratore, sind als Produkte eines vollendeten Rhetorikers und als Quelle historischer Zeugnisse von größtem Wert. Die berühmtesten seiner Reden sind die vier Reden gegen Catilina und die 14 Philippischen Reden gegen Antonius.

Große Bedeutung kommt ebenfalls den vier Sammlungen von Ciceros Briefverkehr mit verschiedenen Freunden zu. Diese Briefe sind private Selbstzeugnisse ihres Autors sowie eine ausgezeichnete Informationsquelle über die Politik und die Gebräuche des alten Rom.

Quelle: Microsoft Corporation (Hg.): Encarta® 97 Enzyklopädie. Microsoft Corporation, Redmond (Washington) 1993-1996

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