Startseite - Anhang - Biographien wichtiger Personen
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7.5  Biographien von wichtigen Personen

 

Pius II. (1405-1464), Papst (1458-1464), humanistischer Schriftsteller und Gelehrter. Enea Silvio Piccolomini, auch Aeneas Silvius genannt, stammte aus Corsignano (heute Pienza) bei Siena. Er trat als Sekretär in die Dienste des Bischofs von Fermo und lebte von 1431 bis 1435 in Basel. Später reiste er mehrfach in geheimer Mission für die Kurie nach England und Schottland. Er gehörte zu den Laienmitgliedern des Basler Konzils, das ihn 1422 zum Reichstag nach Frankfurt am Main entsandte. Hier ernannte ihn Friedrich III., der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, zu seinen Hofdichter und Privatsekretär. Piccolomini verfaßte mehrere geistreiche literarische Werke, darunter einen Roman im Stil des Italieners Giovanni Boccaccio. 1446 erhielt er die Weihen, 1456 den Kardinalshut und wurde 1458 zum Papst gewählt. Er regte einen Kreuzzug gegen die Türken an, die 1453 Konstantinopel erobert hatten und nun nach Europa vordrangen. Aufgrund politischer und ideologischer Konflikte mit verschiedenen europäischen Herrschern, darunter Ludwig XI. von Frankreich, bekam Aeneas Silvius jedoch erst 1464 die erhoffte Unterstützung. 1464 starb er in Ancona.

Zu Boccaccios weiteren Schriften gehören drei Werke, deren Entstehen man dem Einfluß „Fiammettas" zuschreibt: Sein erstes längeres Prosawerk Il filocolo (ca. 1336) und Fiammetta (1343-1344) erzählen von verschmähten Liebhabern, Il corbaccio o laberinto d’amore (ca. 1354, Corbaccio oder Das Liebeslabyrinth) ist eine Satire. Boccaccios Versepos Il filostrato (ca. 1338, Troilus und Kressida) und die epische Dichtung Teseida (1340-1341, Theseide) sind in Stanzen (auch Ottaverime oder Oktaven genannt) abgefaßt, einem Versmaß, das Boccaccio meisterlich beherrschte (siehe Verslehre). Um 1360 schrieb er eine Biographie des von ihm verehrten Dante, Vita di Dante (Das Leben Dantes), worin er auch dessen Göttliche Komödie abhandelt. Ferner verfaßte er eine Anzahl gelehrter wissenschaftlicher und poetischer Schriften in lateinischer Sprache, darunter De Claris Mulieribus (etwa 1360-1374, Über berühmte Frauen). Boccaccios Werk beeinflußte viele namhafte Literaten und diente ihnen als Quelle für ihr eigenes Schaffen. Zu ihnen zählen Geoffrey Chaucer, Shakespeare und John Dryden. So ist beispielsweise der Aufbau von Chaucers Werk Canterbury Tales (Die Canterbury-Geschichten), das ebenfalls eine Rahmenhandlung aufweist, Boccaccios Decamerone nachempfunden.

Quelle: Microsoft Corporation (Hg.): Encarta® 97 Enzyklopädie. Microsoft Corporation, Redmond (Washington) 1993-1996

TACITUS - sine ira et studio
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