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7.5
Biographien von wichtigen Personen
Tacitus, Publius
Cornelius (um 55 bis ca. 115 n. Chr.),
römischer Geschichtsschreiber, wahrscheinlich in Rom geboren. Alles, was man über
Tacitus Leben weiß, stammt entweder aus seinen eigenen Werken oder aus Briefen des
römischen Staatsmannes und Redners Plinius des Jüngeren, mit dem Tacitus eng befreundet
war. Er bekleidete im Jahre 79 n. Chr. vermutlich das Amt des Quästors, war 88 Prätor und 97 Konsul; um
112/113 war er vermutlich Prokonsul der Provinz Asia. Erst in den letzten Jahrzehnten
seines Lebens konnte er sich seiner historisch-literarischen Arbeit, von der weniger als
die Hälfte erhalten ist, widmen. Tacitus begann mit der Veröffentlichung seiner Werke
erst nach der Gewaltherrschaft Domitians.
Nach dem
Regierungsantritt Trajans veröffentlichte Tacitus wohl noch im Jahr 98 n. Chr. seinen literarischen Erstling De Vita Iulii Agricolae (Über das Leben des Agricola), eine
Biographie über seinen Schwiegervater, den römischen Staatsmann und General Gnaeus
Julius Agricola. Das zweite der sogenannten kleinen Werke des Tacitus trägt den Titel Germania (Germanien, ca. 98 n. Chr.), eine
geographisch-ethnographische Schrift über Germanien. Der Dialogus
de Oratoribus (Dialog über die Redner), der wahrscheinlich um 102 n. Chr. entstanden ist, ist nicht zweifelsfrei als Werk
von Tacitus überliefert, wenngleich er üblicherweise als eines seiner Werke geführt
wird.
Historiae (Geschichtsbücher), das erste von Tacitus
beiden Hauptwerken, wurde wahrscheinlich zwischen 104 und 109 n. Chr. veröffentlicht. Es beinhaltet die
Geschichte des Römischen Reiches von 69 v. Chr.
bis zur Ermordung des Kaisers Domitian im Jahre 96 n. Chr. Vom ursprünglichen Werk, das wahrscheinlich aus 14 Büchern bestand, sind nur die ersten vier und Teile des fünften
erhalten. Die Annales (Annalen, ca. 115-117 n. Chr.), die
ursprünglich wohl den Titel Ab Excessu Divi Augusti (Vom Tode des göttlichen
Augustus an) trugen, beschreiben die Geschichte der Julischen Kaiser nach Augustus bis zum
Tod Domitians, also den Zeitraum von 14 bis 68 n. Chr.
Ursprünglich umfaßte dieses Werk 16 Bücher, davon sind aber, neben einigen Fragmenten, nur neun Bücher
vollständig erhalten.
Tacitus große Bedeutung als
Geschichtsschreiber liegt in seinem psychologischen Blick in das Innere der Figuren und in
seiner brillanten Schilderung der Charaktere. Sein Stil zeichnet sich durch eine
einzigartige Kombination von Knappheit und farbenfrohem Ausdruck aus. Tacitus war ein
glühender Verfechter der Ideale der römischen Republik und kritisierte den politischen
und moralischen Verfall in der Kaiserzeit. In diesem Zusammenhang sind die kritischen
Porträts zahlreicher römischer Kaiser (besonders Domitian) zu sehen.
Quelle: Microsoft
Corporation (Hg.): Encarta® 97 Enzyklopädie. Microsoft Corporation, Redmond (Washington)
1993-1996
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