Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Ausflug der E-Phase in die Hauptstadt

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Am Morgen des 6.3. regnete es und war Grau in Grau: Da kann man gut wegfahren und etwas Neues kennenlernen. Der gesamte Jahrgang E2 begab sich zusammen mit Herrn A.Möller, Frau Heckmann, Frau Wissemann, Herrn Schaefer und Herrn Stehl, sowie Frau Moor und Frau Seiler auf Berlinfahrt.

Gut gelaunt machten wir Mittagspause in Dessau, wo wir die historische Bauhaus-Schule in ihrem zeitlos-schönen Gebäude von 1921 besichtigten. Der kleine anschließende Spaziergang zu den Meisterhäusern von den namhaften Künstlern Gropius, Klee, Kandinsky, Moholy-Nagy und Feininger, die den Originalen z.T. modern nachempfunden sind oder restauriert wurden, tat nach der langen Fahrt gut.

Am späteren Nachmittag hatten wir uns durch die Berliner Baustellen gekämpft und landeten im Pfefferbett-Hostel im Ortsteil Prenzlauer Berg an. Die Zimmer waren schnell verteilt und so blieb Zeit zum Entspannen bis zu zwei für den Abend geplanten Theaterbesuchen: Einerseits gab es das Stück „Wunschkinder“ mit Simone Thomalla über Probleme zwischen Jugendlichen und ihren Eltern im Renaissancetheater und andererseits eine Vorstellung des Improvisationstheater „Theater ohne Probe“ mit einem Stück auf Zuruf, was den SchülerInnen jeweils gut gefiel.

Der folgende Dienstag war voll mit Programmpunkten: Nach der Besichtigung des Reichstages, wo uns der Aufbau und die Funktion dieses Gebäudes und des dort tagenden Parlaments erklärt worden war, ging es nach kurzer Mittagspause nach Hohenschönhausen in das Stasi-Gefängnis der ehemaligen DDR. Besonders beeindruckend war, dass wir von ehemaligen Gefangenen geführt wurden, die aus eigener Erfahrung berichten konnten, wie es ihnen damals in diesem Gefängnis und angesichts der subtilen Foltermethoden ergangen war. Ein unrühmliches Kapitel der ostdeutschen Geschichte wurde so lebendig.

Dass Berlin auf Schritt und Tritt ein geschichtsträchtiger Ort ist und über jede Menge Vergnügungsmöglichkeiten verfügt, konnten wir dann am Abend erfahren. Aufgeteilt in verschiedene Interessengruppen, erkundeten wir zu Fuß oder mit der Linie 100 das nächtliche Berlin mit seinen Sehenswürdigkeiten. Zwei Gruppen konnten sogar vom Dach des Reichstages und aus der Kuppel auf das gerade mal nicht verregnete, nächtliche Lichtermeer der Hauptstadt schauen. Eindrucksvoll war auch das Erlebnis nachts durch das Stelenfeld des Holocaust-Denkmals zu laufen: Viele Assoziationen zur Situation der verfolgten Juden im Dritten Reich stellten sich unvermittelt ein...
Andere Gruppen gingen zum Shoppen oder zum Essen und begingen einen geruhsamen Abend.

Am Mittwoch konnten wir noch einmal das reichhaltige Frühstücksbuffet genießen und fuhren dann zur Gemäldegalerie in der Nähe des Potsdamer Platzes. Dieses Museum hat einige sehr bekannte Bilder und die Guides, die uns die Hintergründe verschiedener Bilder erläuterten, verstanden es, dies interessant zu gestalten. Danach gab es noch eine ganze Weile Zeit, um den Shopping-Wünschen nachzukommen. Gegen 15 Uhr trafen wir uns wieder im Pfefferbett-Hostel, um die Koffer in die Busse zu laden. Und eigentlich wären wir auch sehr pünktlich losgekommen und dem Berufsverkehr entgangen, wenn da nicht drei Schüler gewesen wären, die entweder nicht zugehört hatten, mit dem U-Bahn-Fahren nicht klarkamen oder nicht auf den Plan der Berlinfahrt geschaut haben. Nachdem die Drei mit Verspätung aufgetaucht waren, konnten wir endlich losfahren und bahnten uns unseren Heimweg durch strömenden Regen. Zum Schluss gerieten wir noch in einen Stau und kamen ziemlich geschlaucht, aber wohlbehalten gegen 21.30 Uhr in Hess. Lichtenau an, wo die Jugendlichen von ihren Eltern in Empfang genommen wurden.

Am nächsten Tag ergab sich im Gespräch bei vielen der Eindruck, dass es kaum zu glauben ist, dass es nur drei Tage waren, die wir von zu Hause weg waren, denn es gab so vielfältige Eindrücke und Begebenheiten, Anregungen und Neues, was wir gesehen und erlebt haben. Vielleicht wollen einige ja nun doch noch einmal nach Berlin - entgegen dem Song auf der Hinfahrt: „Wir woll`n nicht nach Berlin...“

Text und Fotos: C.Seiler