Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Kreativität und Kennenlernen in Polen

Storyfoto

Eine Gruppe von insgesamt 15 OberstufenschülerInnen machte sich am 18.9. auf den Weg ins Nachbarland Polen ins ländliche Janovice Wielkie. Im Riesengebirge trafen wir auf eine Gruppe polnischer SchülerInnen unter Leitung von Maria Cichy. Hatten wir letztes Jahr noch die Ostseeküste besucht, so wollten wir verschiedene kreative Zugänge nun in einer komplett anderen Landschaft, nämlich in einer waldreichen, hügeligen Gegend mit zahlreichen Felsformationen, ausprobieren. Unter Anleitung von Herrn Möller, Frau Cichy und Frau Seiler bildeten sich drei Gruppen, die unterschiedliche Zugänge zur Landschaft und zur Natur wählten. In den national gemischten und immer wieder wechselnden Gruppen widmete sich eine der Miniaturfotografie, die die verblüffende Ähnlichkeit von kleinen zu großen Pflanzenstrukturen ausnützte und ganze Szenen mit Hilfe von kleinen Figuren (z.B. von der Modelleisenbahn) inszenierte und fotografisch dokumentierte, was zu verblüffenden, manchmal surreal anmutenden Bildern führte. Eine zweite Arbeitsgruppe experimentierte mit Farben und setzte die Jugendlichen fotografisch in Beziehung zu Holz, Wasser, Pflanzen oder Bäumen. Auch mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen wurden spannende Effekte erzielt.

Eine dritte Gruppe widmete sich zunächst der Frottage (Abreibung von Oberflächen), um über diesen Zugang den Blick für Strukturen und Oberflächen zu schärfen, um dann mit Hilfe der eigenen Imagination Inhalte darin zu entdecken und auszuarbeiten. Nach dieser Einstimmung übten die Schülerinnen sich mittels Bleistiftzeichnungen in der naturalistischen Abbildung eines Ausschnitts der Realität: Blumen, Bäume, Landschaft.

Neben dem zeichnerischen Ansatz spielte aber auch die Performance eine große Rolle in verschiedenen Arbeitsgruppen: Die Inszenierung des menschlichen Körpers in einer Burgruine, die enorme Wirkung von in den Raum gestellten menschlichen Figuren war ein reizvolles Thema, dessen Umsetzung Spaß machte. Auch das sog. Bodymessuring in gelben Anzügen fand ebenso Platz wie die Inszenierung der imaginierten Funktionen alter Burgräume mittels Kampfszenen, Wächterposen oder der Darstellung Inhaftierter im alten Burgverlies.

Eine weiterer Ansatz war es, aufmerksam die natürlichen Gegebenheiten der Umgebung zu betrachten, um dann mit Fundstücken aus der Natur Strukturen oder Wachstums- oder Vergehensprozesse oder Bewegungsverläufe in der Natur sichtbar zu machen. Man nennt diese Kunstrichtung Land Art und zur Einstimmung sahen wir einen Film über den Land Art - Künstler Andy Goldsworthy, der verdeutlichte, wieviel Geduld es manchmal braucht, um Kunstwerke in und mit der Natur zu erzeugen, wie effektvoll und spektakulär die Ergebnisse aber auch sein können.

Neben den künstlerischen Arbeitsphasen in Janovice Wielkie besuchten wir Zgorzelec/ Görlitz, die geteilte deutsch-polnische Stadt, die es zu erkunden galt. Dabei wurden fotografisch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Stadtteile festgehalten. Ein weiterer Ausflug führte ins nahe Adelspacher Gebirge nach Tschechien, wo ein ausgedehnter Spaziergang durch enge Schluchten, vorbei an einem blauen See, durch lichte Wäldchen hin zu einem Wasserfall bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen für gute Laune und jede Menge tolle Fotos sorgte. Mit Hilfe von übergezogenen Stoffschläuchen entstanden vor rundlich geformten Felsen aus menschlichen Figuren abstrakte Skulpturen, die einen reizvollen Kontrast zueinander bildeten.

Nicht unerwähnt bleiben sollte aber auch das Zusammenleben in dreieckigen Hütten, das die Gruppen zusammenführte, die langen Abende mit gemeinsamen Spielen, Geschichten, Musik und Gelächter. Und natürlich das gute polnische Essen mit traditionell polnisch-ländlichen Gerichten.

Text und Fotos: C.Seiler