Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Little Shop of Horrors

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Um es gleich klarzustellen: Zahnärzte kommen gar nicht gut weg in diesem Musical, das an drei Abendenden (22.-24.1.) in der Aula der FvSS gezeigt wurde.
Orin( Tom Herwig), der sadistische Zahnarzt ist der „Freund“ von Audrey (Joelina Fröhlich), die an mangelndem Selbstbewusstsein und ständigen Schuldgefühlen leidet und in einem kleinen Blumenladen arbeitet. Er quält sie und seine Patienten. Doch am Ende wird er sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode lachen und dient- ebenso wie Audreys Chef Mr. Mushnik (David Ferreira Mendes), auch ein ziemlicher Menschenverächter, der Ernährung einer geheimnisvollen, aber durchaus fordernden fleischfressenden Pflanze.

Der schüchterne Seymour (Guiseppe Ceravolo), der mit Hilfe der Pflanze, die er bei Sonnenfinsternis erwarb, zunächst den Laden Mr.Mushniks vor dem Bankrott rettet, arbeitet ebenfalls in dessen Blumengeschäft und ist sehr verliebt in Audrey. Doch bevor die beiden sich finden und in ihr kleinbürgerliches Häuschen in der Vorstadt gemeinsam einziehen können und letztlich doch noch alles gut wird, passieren die merkwürdigsten und gruseligsten Dinge: Es gibt Mord und Totschlag, eine bedrohlich wachsende Pflanze, geschäftstüchtige Investoren, denen sich der arme Seymour erwehren musste und eine brilliante Rundfunksendung mit dem abgefahrenen Ansager Wink Wilkinson (Daniel Lipphardt).

Die Musik-AG unter der musikalischen Leitung von Herrn Schmidt und der Spielleitung von Frau Gallo und Frau Dr. Grass hatte mit großer Schülerbesetzung das bekannte Stück auf die Bühne gebracht, unterstützt von der Band „Little Band of horrors“, die prominent mit Herrn Lübeck (Klavier), Frau Pott (Bass) und Jannik Hehner (Schlagzeug) besetzt war. Die häufigen Wechsel der musikalischen Genres von Tango über Rock, Rhythm and Blues, Swing und Ballade, machten das gesamte Stück musikalisch anspruchsvoll und sehr abwechslungsreich.

Die Solostimmen klangen beeindrucken gereift, teilweise mit geradezu professioneller Tiefe vorgetragen. Die Choreinsätze klappten ebenso perfekt, wie das szenische Spiel auf und vor der Bühne. Die Solostimmen und die Chorparts klangen wunderbar im Zusammenspiel; ebenso die Duette, die harmonisch aufeinander abgestimmt waren.

Die gesamte Inszenierung erreichte ein hohes Niveau, das man bei einer Schulaufführung nicht unbedingt erwarten würde. Mit den unterschiedlichsten Inszenierungsformen wurde die Stimmung des Stückes transportiert: Sei es ein Schattenspiel, das beim Zahnarzt spielte oder eine zweite kleine Bühne hinten, auf der die Akteure von unten grell beleuchtet waren, was den Gruselfaktor erhöhte.
Trotz all des Horrors war die Aufführung mit deutlich ironischem Unterton, witzig und unterhaltsam inszeniert.

Vorausgegangen waren ca. einjährige Proben mit den Musikern und den Chören und den Solostimmen, die sich nicht nur auf die Schulzeit, sondern auch auf Wochenenden erstreckten. Zum Ensemble zählte auch eine Gruppe, die für das Bühnenbild und die Maske zuständig war, ein Souffleur und die gut eingespielte Ton- und Licht-AG, die für stimmungsvolle Beleuchtung auf den Punkt, für eine Videoleinwand im passenden Augenblick, den richtigen Sound und das gesamte Funktionieren der Technik verantwortlich zeichnete.

Nach der abschließenden Warnung“ Don`t feed the plant“ an das Publikum war dieses so begeistert, dass es standing ovations gab. Ein sehr gelungener Abend!

Text und Fotos: C.Seiler