Freiherr-vom-Stein-Schule

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Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

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Eindrücke aus der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt

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Im Rahmen der Preisverleihung des „Hessischen Leseförderpreises 2018“ besuchten wir die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt. Wir, das sind die Lesescouts aus der 6.-13. Klasse, dazu noch ehemalige Lesescouts, die letztes Schuljahr mit dem Abi unsere Schule verlassen haben. Insgesamt waren wir 19 Jugendliche und 6 Erwachsene.

Nachdem wir uns in der Eingangshalle am Modell der Deutschen Nationalbibliothek einen Überblick verschafft hatten, wurden wir in einige unterirdische Flure geführt. Dort gibt es so viele Bücher, dass man sich in den Gängen leicht verlaufen kann. Über uns in der Luft sahen wir, wie die Bücher in großen grauen Plastikkisten über Förderbänder aus Stahl transportiert werden. Wenn man ein Buch haben will, gibt man die Signatur genau an. Der Bestellschein wird dann nach unten zu den Mitarbeitern im Magazin gesendet. Die holen die gewünschten Bücher aus den Regalen und schicken sie per „Luftpost“ nach oben in die Lesesäle.

Normalerweise kann man nicht in diese Korridore gehen, aber bei uns wurde eine Ausnahme gemacht. Bei unserer Führung durften wir auch den Lesegarten betreten, der sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Hier zeigte uns Frau Newquist auf einem Schaubild, wie die Deutsche Nationalbibliothek aufgebaut ist und zwar in drei Etagen über und drei Etagen unter der Erde. Die unteren Etagen sind so groß wie vier Fußballfelder. Sie sind voll gestellt mit drehbaren Regalen, die man mit Lenkrädern auf und zu kurbeln kann um Platz zu sparen. Wir durften auch einmal an den Rädern drehen und waren verwundert, wie leicht das geht. Doch kaum tat sich ein Spalt auf zwischen den Regalen, waren Devlin, Charles und Alexander verschwunden. An einer ganz anderen Stelle des Magazins tauchten sie plötzlich wieder auf. Am liebsten hätten wir alle hier einmal verstecken gespielt. Es findet dich keiner, wenn du zwischen zwei Regalen untertauchst.

Manche Regale sind ohne Bücher. Hier wird nämlich Platz vorgehalten für künftige Bücher. Bis 2050 reichen die Magazine, was dann wird, ist noch nicht klar. Jedes in Deutschland gedruckte Buch, jede Zeitschrift oder deutsche Übersetzung auch alle Schulbücher und Universitätsarbeiten, Comics und Bilderbücher müssen mit je einem Exemplar in der Bibliothek in Frankfurt und in Leipzig stehen, so erfuhren wir. In Leipzig werden Bücher seit 1912 und in Frankfurt seit 1945 gesammelt.

Das älteste Buch, eine Hundeschule von 1945, zeigte uns Frau Newquist. Sie führte uns auch zu den Kuriositäten, darunter Plüsch- und Holzbücher, Spielzeug, das zum Kauf von Zeitschriften verlocken soll, dreidimensionale Aufklappbücher mit Pyramiden oder Planetenbahnen, Bücher in Blindenschrift oder das größte Buch, das durften wir aber nicht aus dem Regal nehmen, es war einfach zu groß. Wir haben auch das kleinste Buch der Welt gesehen. Eine Bibel in sieben Sprachen. Sie ist kleiner als ein Cent.


Fotos: Michael Schaefer