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Die Munitionsfabrik in Hirschhagen und die dort eingesetzten Zwangsarbeiterinnen

Die Geschichte der Munitionsfabrik in Hirschhagen, einer der größten ihrer Art im "Dritten Reich", ist untrennbar verbunden mit der verbrecherischen Politik des Nationalsozialismus. Die Vorbereitung des Krieges, die Expansion des "Dritten Reiches" in Europa und letztlich die Mordmaschinerie des Zweiten Weltkrieges konnten nur mit Hilde von Einrichtungen wie dieser betrieben werden.

Menschen waren aber nicht nur Ziel der Granaten, die hier produziert wurden und den Tod aus Deutschland in viele Teile der Welt exportierten. Auch in Hirschhagen selbst litten und starben Menschen, weil sie von den Nationalsozialisten als "unwert" oder "Untermenschen" "ausgesondert" wurden. Nach dem menschenverachtenden Weltbild Adolf Hitlers und seiner Schergen konnten diese Opfer, unter ihnen Juden, Sinti und Roma, religiöse Menschen verschiedener Konfessionen, Homosexuelle oder politisch Andersdenkende ohne Weiteres für die Zwangsarbeit in Fabriken wie der in Hirschhagen Verwendung finden - letztlich mit dem Ziel: Vernichtung durch Arbeit.

Viele der Einzelheiten unsere Region betreffend wären unbekannt, hätte nicht eine der betroffenen Jüdinnen, Blanka Adler (spätere Blanka Pudler) als deportierte ungarische Zwangsarbeiterin in Hirschhagen überlebt und sich in einzigartiger Weise zum Ziel gesetzt, ihre Erfahrungen späteren Generationen von Deutschen zu vermitteln.

Blanka Pudler hat unsere Schule oft besucht und etliche Projekte und Gespräche angestoßen. Dem Gedenken an sie und ihre Leidensgenossinnen ist ein steter diskursiver Prozess an unserer Schule gewidmet, aus dem diese Menschenkette erwachsen ist, der aber weiter in die Zukunft wirken wird.