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Menschenkette für Respekt und Menschlichkeit in Hessisch Lichtenau

Wir von der Freiherr-vom-Stein Schule in Hessisch Lichtenau planen für den Mittwoch in der letzten Woche vor den Sommerferien, am 26. Juni, eine besondere Aktion, die maßgeblich von der Schülerschaft angeregt wurde. Wir wollen die Bedeutung des mehr als 3 km langen Weges von der ehemaligen Munitionsfabrik in Hirschhagen bis zu den ehemaligen Wohnunterkünften der jüdischen Zwangsarbeiterinnen, auf denen Teile der Freiherr-vom Stein Schule in Hessisch Lichtenau erbaut wurden, mit Schülerinnen und Schüler und den Menschen vor Ort als Menschenkette veranschaulichen.

Die gesamte Schulgemeinde möchte ein Zeichen der Vielfalt, Offenheit und Pluralität in unserer Region setzen. Wir verstehen unsere Aktion als einen positiven Gegenentwurf zu jedweder Form von Rassismus, Extremismus, Intoleranz und Ignoranz.

Da Teile der Freiherr-vom-Stein-Schule auf den ehemaligen Wohnunterkünften von jüdischen Zwangsarbeiterinnen erbaut wurden und sich auch der Hauptteil der Schule in großer räumlicher Nähe zur ehemaligen Munitionsfabrik in Hirschhagen – Industriegebiet bei Hessisch Lichtenau - befindet, ist die Idee entstanden, mit einer Menschenkette an die Verbrechen dieser Zeit zu erinnern. Die Menschenkette wird sich von den Eingangsgebäuden der ehemaligen Munitionsfabrik bis zum Gedenkstein für die jüdischen Zwangsarbeiterinnen vor der Eingangsstufe in der Heinrichstrasse ziehen.

Vom Anfang der Kette her wird dann das neuerschienene Buch von Dr. Dieter Vaupel über die Zwangsarbeiterin Blanka Pudler von Person zu Person weitergereicht und damit symbolisch die Mahnung eines „Nie wieder!“ vom Lager in die Stadt getragen werden. An ausgewählten Stellen werden kurze Lesungen von prägnanten Passagen des Buches stattfinden. Blanka Pudler erzählt in diesem Buch unter anderem, wie sie als junge Zwangsarbeiterin den Weg zwischen Unterkunft und Munitionsfabrik täglich gehen musste. Die Aktion steht unter dem Motto „Menschenkette für Respekt und Menschlichkeit“.

Die Stadt Hessisch Lichtenau soll während der ganzen Aktion nicht als Stadt der Täter oder als Ort eines KZ negativ dargestellt werden, sondern ganz im Gegenteil soll aufgezeigt werden, dass die heutige Stadt Hessisch Lichtenau, ihre Bürgerschaft, ihre Vereine und ihre Schulgemeinde aus der Vergangenheit Lehren gezogen haben und eine aufgeklärte, weltoffene und demokratische Gemeinschaft darstellen.

Bei den Vorbereitungen haben wir schnell festgestellt, dass über 3000 Menschen teilnehmen sollten, damit die Kette sich schließen kann. Dies kann die Schule unmöglich alleine schaffen. Deshalb sind wir auf die Mithilfe vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger angewiesen und bitten alle Interessierten sich uns anzuschließen, um ein sichtbares Zeichen für Respekt und Menschlichkeit in der Gegenwart zu setzen.

Info: Die Menschenkette soll sich am Mittwoch, den 26.06.19 um 17:30 schließen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollten spätestens eine halbe Stunde vorher vor Ort sein. Für weitere Informationen beachten Sie bitte diese Informationsseiten und weitere Veröffentlichungen in der örtlichen Presse.