Die Kronkorken-Jagd
Hessisch Lichtenau. Rund aus Weißblech, 21 Zacken, genau 2,14 Gramm schwer: Was ist das? Ein Kronkorken, genau! 600.000 der farbig glänzenden Deckel bildeten am Donnerstag das Sitzkissen von sechs Freiherr-vom-Stein-Schülern aus Hessisch Lichtenau. Der metallene Berg ist zwar schon beeindruckend hoch, doch noch lange nicht alles, was die Weltrekord-Jäger (siehe unten) ersammelt haben. "Noch mal so viel haben wir in Säcken da hinten.", sagt Christoph Jünemann, und weit auf den hinteren Teil des leer stehenden Ladengeschäfts in Trubenhausen. Die Schüler dürfen den Raum als Lager nutzen, weil er zur Zeit nicht vermietet ist. Das ist auch gut, denn der Raum der Schülervertretung war schon lange zu klein geworden. Immerhin haben die Kronkorken mittlerweile das stattliche Gewicht von 2,7 Tonnen erreicht. Das ist soviel wie zwei Mittelklassewagen.
Mit Präzisionswaage
Damit haben die Schüler, die mit einem Mosaik aus drei Millionen Kronkorken ins Guiness-Buch der Rekorde wollen, schon über ein Drittel des Weges geschafft: 1,27 Millionen Flaschendeckel warten nur darauf, ausgelegt zu werden. Das möchten die Schüler am liebsten auf einem asphaltierten, ebenen Untergrund tun. "Am liebsten wäre uns der ehemalige Exerzierplatz auf dem Bundelswehrgelände oder etwas Verlgeichbares", sagt Simon Linke. Unterstüztung beim Weltrekord-Projekt aht Bürgermeister Jürgen Herwig zugesagt. Und auch für die Logistik, wenn es dann endlich ans Auslegen geht, müssen noch viele Helfer ins Boot. "Wir brauchen Fahrzeuge und Flutlicht, da müssen wir sicher deie ein oder andere Nachtschicht einlegen", sagt der Schüler. Doch momentan steh das Sammeln im Vordergrund, immerhin fehlen noch 1,7 Millionen Silberlinge. Doch die resonanz ist gut, "viele haben uns toll unterstützt und die Zahl der Helfer steigt", loben die Jugendlichen. Die Feuerwehr Weidenhausen beispielsweise habe ganze 250.000 Deckel beigesteuert. Vorstansmitglied und Gerätewart Dirk Schott arbeitet als Getränkeausfahrer und saßdamit sozusagen an der Kronkorken-Quelle. Auch die Löwenbier Brauerei aus Malsfeld sowie die Eschweger Klosterbrauerei stiften 200.000 und 80.00 Stück. Die Epteröder Firma Liphardt stellte den Schülern eine Präzisionswaage zur Verfügung. Die Kronkorken-Jagd geht also weiter, daran ändert für die Schüler auch der Abitur-Stress nichts. Und danach? "Viele von uns werden studieren, auch weiter weg", sagt Christoph Jünemann. "Aber das macht nichts. Wir übergeben das Projekt in der Schülervertretung an unsere Nachfolger. Und in den Ferien und am Wochenende machen wir trotzdem weiter!"
(HNA 23. März 2009, Kathrin Bretzler)