Gebt her Eure Korken!
Weltrekordversuch: Schüler wollen Mosaik aus drei Millionen Flaschendeckeln legen
Von Kathrin Bretzler
HESSISCH LICHTENAU. Drei Millionen wollen sie schaffen. So viele Kronkorken soll das riesige Mosaik enthalten, das die Schülervertretung (SV) legen will. Darin sollen die Buchstaben F v S S stehen, für Freiherr- vom-Stein-Schule. Eine Aktion, die reif fürs Guinness- Buch der Rekorde ist. Wenn die Schüler das Unmögliche möglich machen – und das wollen sie. „Wir schaffen das, gerade, weil viele es uns nicht zutrauen“, sagt Christoph Jünemann kämpferisch. „Wir brechen den Weltrekord!“ Der liegt übrigens bei 2,28 Millionen Kronkorken und wurde 2005 von Landesbergen am Naturpark Steinhuder Meer aufgestellt. 500 Helfer belegten den 99 Meter langen und 64 Meter breiten Fußballplatz der Gemeinde mit den metallenen Flaschenverschlüssen.
Eine große Herausforderung also, doch die Schüler sind optimistisch. Sie haben mit der Planung des Projekts begonnen und mit einer großen Sammelaktion losgelegt. 30 000 Kronkorken haben sie bereits zusammen – da fehlt noch einiges. „Deshalb brauchen wir die Unterstützung von Brauereien, Gastwirten, Vereinen, einfach aller“, werben die Schüler. Wer also demnächst große Geburtstagsfeiern oder Grillfeten plant, sollte die Flaschenverschlüsse nicht entsorgen, sondern in der Schule vorbeibringen (siehe Text unten).
Gesucht werden alle Getränkesorten von Cola, über Limonade bis hin zu Bier, und alle Farben, damit sich die vier Buchstaben F v S S gut vom Hintergrund abheben.
Falls sich jetzt jemand fragt,
ob Bier und Schule zusammenpassen,
so antworten sowohl
die Jugendlichen als auch
Schulleiter Joachim Krüger einstimmig:
nein. Beim Kronkorken-
Weltrekord geht es
nur ums Sammeln,
nicht ums Trinken.
In der Schule werden
natürlich nur
alkoholfreie Getränke
ausgegeben
und auch nur deren
Verschlüsse
gesammelt. Aber
um die drei Millionen
zusammenzubekommen,
sind
auch Bierverschlüsse
willkommen.
Das unterstützt auch Joachim Krüger, der das Engagement der Schüler bemerkenswert findet. „Ich freue mich darüber, was sie alles auf die Beine stellen und unterstütze die Aktion“, sagt er. Eingebunden ist auch die Förderstufe. Hier gibt es sogar einen von der SV organisierten Wettbewerb mit kleinen Preisen für besonders eifrige Kronkorkensammler.
Mosaik wird größer als ein Fußballfeld
Wie und wo das Mosaik am Ende gelegt werden soll, ist zurzeit noch ein großes Fragezeichen. Einen halbwegs ebenen Platz, der größer als ein Fußballfeld ist, gibt es auch nicht überall. Ein bisschen hoffen die Schüler auf das Bundeswehrgelände oder den Segelflugplatz.
Neben Kronkorken sind sie auch für Tipps dankbar. Zum Beispiel dazu, wie man die vielen Metallteile so befestigt, dass sie auch auf einer Grasfläche halten. Ihre Vorgänger aus Landesbergen haben sie auf große Kunststoffplatten geklebt. Da das Ganze aber nicht viel Geld kosten darf, sind die Möglichkeiten begrenzt. Doch die nächsten Wochen und Monate ist erstmal Sammeln angesagt. Wer den Schülern bei ihrem Weltrekordversuch helfen will, kann die Kronkorken mittwochs in der großen Pause zwischen 11.05 und 11.25 Uhr im SV-Raum in der Freiherr-vom- Stein-Schule abgeben.
In den Ferien oder bei großen Mengen holen die Jugendlichen die Verschlüsse auch bei den Helfern ab. Kontakt kann jeder per E-Mail aufnehmen unter fvss-weltrekord@ web.de oder per Telefon unter 0 56 04/57 61 (Christoph Jünemann) oder 0 56 05/67 19 (Simon Linke). (kbr)
Wenn Sie mich fragen...
... dann wird der Elan der Schüler Berge versetzen. – Kathrin Bretzler
Leicht wird’s nicht, aber ich trau’s ihnen zu. Die Schülervertretung der Freiherrvom- Stein-Schule will ein Mosaik aus drei Millionen Kronkorken legen. Schaffen sie es, wird das Bild eine Fläche einnehmen, die weit größer als ein Fußballfeld ist. Viel Planung ist dafür erforderlich, und auch Disziplin. Haben die Schüler diese? Ja, davon bin ich fest überzeugt. Das Mosaik ist keine fixe Idee, mit der ein paar Heißsporne einfach lospreschen.
Dafür spricht, dass die Jugendlichen schon länger im Team zusammenarbeiten. Sie haben ihr Projekt bereits recherchiert, sich mit der Schulleitung abgestimmt, Kontakte zu Brauereien, Vereinen und Gastwirten geknüpft, Räume für ihr Material besorgt – und vor allem: Sie sind erst an die Öffentlichkeit gegangen, als all diese ersten Schritte erledigt waren und der Weg klar vor ihnen lag. Schwer wird’s. Aber wenn viele Helfer so überzeugt sind wie ich, wird es klappen. Ein Guinness-Weltrekord für eine Schule, das wär’ doch einfach toll!
Quelle: HNA Werra-Meißner-Kreis